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Gesellschaft: Nachhaltig leben und arbeiten

06.06.2020

Oldenburg „Ich wollte die Welt retten, ein Wald- und Wiesenbiologe werden.“ Mit diesen Worten begründet Dirk Wolf seine Entscheidung für die Universität Oldenburg. Hier konnte der gebürtige Frankfurter in den 1990er Jahren seinen Studienschwerpunkt auf Ökologie legen. Seitdem ist er „Oldenbürger“ und seit etwa einem Jahr Pädagogischer Leiter des Lernortes Technik und Natur in Wilhelmshaven.

Vom Diplom-Biologen zum Pädagogischen Leiter – wie das? Erst mal hat er ausgiebig studiert. Neben der Biologie, belegte er auch Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst, Museumspädagogik, Philosophie und Sport. „Dadurch hat mein Studium entsprechend lange gedauert. Das lag auch daran, dass ich keine richtige Berufsvorstellung hatte“, erinnert sich Wolf.

Im Nachhinein ist er damit ganz zufrieden. „In diesem wirklich breiten Studium habe ich viel gelernt. Dadurch habe ich später oft leichter Zugang zu vielen Themen gefunden und kann Sachverhalte gut verbinden“, so Wolf.

Diese Fähigkeiten haben ihm auch in den drei Jahren als Leiter des Fachbereichs Männer und Väter bei der Evangelischen Familien-Bildungsstätte geholfen. Eine befristete Anstellung nach dem Studienabschluss im Naturkundemuseum in Oldenburg (heute Landesmuseum Natur und Mensch) legte den Grundstein für den Wunsch, Biologie und Pädagogik zu verbinden. Allerdings fehlte ihm die pädagogische Ausbildung. Und so entschied er sich schließlich nach weiteren beruflichen Stationen mit Mitte 30 Lehramt für Biologie und Sport zu studieren.

Neben seinen elf Jahren als Lehrer an der IGS Helene Lange Schule (HLS) in Oldenburg war er mehrere Jahre einen Tag pro Woche ans Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) Oldenburg abgeordnet. Dort führte er zusammen mit seiner Kollegin Christel Sahr den Aktionstag „Oldenburg dreht ab“ ein. „In diesen Schulstunden ohne Strom und Heizung erfahren die Kinder ganz direkt, wozu wir Energie brauchen. Im Unterricht beschäftigen sie sich zusätzlich mit dem Thema“, erläutert Wolf.

In den ersten Jahren als Lehrer war er meistens zufrieden bei seiner Arbeit. Das kippte jedoch im Lauf der Zeit. „Der klassische Unterricht bei uns ist viel zu fächerorientiert, die Schülerinnen und Schüler entwickeln zu wenig eigene Ideen, bleiben unmündig und unselbstständig“, bemängelt Wolf. „Ich fühlte mich immer weniger wirksam und habe mich schließlich nach Alternativen umgesehen.“ Allerdings seien diese für Lehrer kaum vorhanden – bis die Stelle des Pädagogischen Leiters am Lernort Technik und Natur ausgeschrieben wurde. Er bewarb sich und bekam den Job.

„Hier habe ich nur die schönen Seiten von Schule. Ich unterrichte normalerweise praktisch täglich, habe aber einen ganzen Vormittag für ein Projekt – nicht nur 90 Minuten. Die Kinder können selbst etwas bauen, etwa ein Solarauto oder eine elektronische Schaltung, die funktioniert. Sie erleben was sie schaffen können und bekommen Hintergrundwissen dazu“, zeigt sich Wolf begeistert.

Und was ist aus der Weltrettung geworden? Dirk Wolf hat sie nicht aus den Augen verloren. Er hat die Fortbildung „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) absolviert. „Lernorte und Schulen sollen den Kindern und Jugendlichen zusammen Gestaltungs- und Zukunftskompetenzen vermitteln, damit sie die Probleme der Zukunft lösen können“, erläutert Wolf. „Dazu müssen sie wissen, wie man Probleme angeht, wie man miteinander redet und die Argumente der anderen in die eigene Vorstellung integriert. Sie müssen Fragen stellen, wissen woher sie Wissen bekommen und mutig sein.“

Einen möglichst nachhaltigen Lebensstil strebt Wolf auch privat an. Er unterstützt Repair Cafés, die Kulturgenossenschaft Polygenos und den Globe e.V., war am Crowdfunding des ersten Oldenburger unverpackt Ladens an der Ecke August-/Blumenstraße beteiligt und freut sich, wenn er ohne Plastiktüte mit seinen Markteinkäufen nach Hause kommt.

„Umweltfreundlich zu leben braucht mehr Zeit. Sei es, weil es länger dauert aus frischen Lebensmitteln aus der Region ein Essen zu kochen, als eine Tiefkühlpizza warm zu machen, oder weil ich mit Zug und Rad zur Arbeit nach Wilhelmshaven eine halbe Stunde länger brauche als mit dem Auto“, erläutert Wolf. „Aber so habe ich in dieser Zeit nicht sinnlos konsumiert, sondern bin zufrieden mit dem, was ich selbst geschafft habe.“

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