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Kultur: „Die Oper lebt wieder“

23.05.2020

Oldenburg Am 8. März hat Countertenor Nicholas Tamagna noch in der Metropolitan Opera in New York auf der Bühne gestanden, am 9. März ist er nach Deutschland geflogen, um am Oldenburgischen Staatstheater in der Oper „Flight“ mitzuwirken. „In der Met zu singen, war der Traum meines Lebens! Ich war die Zweitbesetzung, aber der Sänger, der die Rolle eigentlich übernehmen sollte, war in Russland und hatte Probleme nach New York zu kommen. Also bin ich kurzfristig eingesprungen. Es war unglaublich toll!“, strahlt der 37-Jährige.

Verrückte Parallele

Es war die letzte Produktion, die in der Met wie geplant gezeigt wurde. Dann kam der Lockdown – auch in Oldenburg. „Ich hatte hier nur eine Woche Zeit, um mein Visum und die Arbeitserlaubnis zu bekommen. Denn in dem Monat zuvor in New York hat es über die deutsche Botschaft nicht geklappt. Aber hier hatte das Staatstheater schon alles vorbereitet und jetzt habe ich alles erledigt“, berichtet der Sänger, der unter anderem in der Carnegie Hall, dem Royal Opera House Covent Garden in London und der Philharmonie von Paris aufgetreten ist. „Ich werde das Visum wahrscheinlich verlängern, weil erst mal geplant ist, dass „Flight“ im September gezeigt wird und weil ich noch an einigen anderen Projekten hier arbeiten werde.“

In der Oper „Flight“ wird Nicholas Tamagna die Rolle eines Geflüchteten spielen, der wegen eines Gewitters zusammen mit anderen Reisenden an einem Flughafen festsitzt. „Die verrückte Parallelität zu meiner eigenen Situation jetzt hier in Oldenburg ist schon komisch. Die Oper „Flight“ hat ungewollt in mein Leben Einzug genommen“, so der Sänger. Der Flug nach Deutschland war zwar kein Problem, doch nach einigen Proben hier, stellte das Theater den Spiel- und Probenbetrieb ein.

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„Das war kompliziert. Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. Ich konnte nur im Fernsehen sehen, was in meiner Heimatstadt New York passierte, wo meine ganze Familie lebt. Ich dachte jedoch, es wäre sicherer, während der Krise hierzubleiben. Und dann habe ich ganz plötzlich Nierensteine bekommen. Das war zwar keine schöne Erfahrung und auch sehr schmerzhaft, aber so war mir erst mal nicht langweilig. Ich musste mich ja um mich selbst kümmern. Ich musste zweimal ins Krankenhaus. Die Leute im Klinikum waren fantastisch. Sie haben meine Operation trotz der Krise nicht verschoben. Die Schmerzen hätte ich auf Dauer auch nicht ausgehalten“, erzählt Nicholas Tamagna.

„Stadtführungen“

Viele Fragen konnten ihm Freunde vom Theater beantworten. „Einige von ihnen sind Nachbarn von mir. Wir sind zu zweit spazieren gegangen und sie haben mir Oldenburg gezeigt.“ In der Spielzeit 2017/18 hatte der Sänger die Titelrolle in Hasses „Siroe“ in Oldenburg übernommen. Damals hatte er jedoch aus Zeitmangel nur wenig von der Stadt gesehen. Das ist jetzt anders. Auch für weitere Projekte, die sonst wegen Proben und Auftritten warten müssen, hat Tamagna jetzt Zeit. So organisiert er zum Beispiel die Aufnahmen für ein paar CDs, die erst mal 2021 laufen sollen. Außerdem arbeitet er mit seiner Agentur an einer Videoplattform, über die Konzerte gestreamt werden sollen.

„Ich habe auch einige Klientinnen und Klienten in New York, Frankreich und der Ukraine, die gern in Gesang unterrichtet werden möchten. Das mache ich jetzt online über meine Homepage. Gern würde ich auch noch Studenten in Deutschland aufnehmen“, sagt Nicholas Tamagna. Die Sprache ist dabei kein Problem, denn er spricht Italienisch, Französisch, Deutsch und Englisch. „Ich bin immer optimistisch. Mein Agent hat mir gesagt, dass es in Seoul, Korea, im Juni wieder Vorstellungen im Theater gibt. Die Oper lebt wieder in der Welt. Das ist ein gutes Signal. Auch in Oldenburg gibt es langsam Pläne, wie es weitergehen soll. Das wird klappen.“


     nicholastamagna.com 
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