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Lebensweg: Mit viel Musik zum Glück

11.06.2022

Petersfehn Ii Mit 20 Jahren hat Christian Jakober entschieden Musiker zu werden. Das war nicht immer einfach, aber jetzt läuft es so gut, dass er es manchmal kaum glauben kann.

„Der Entschluss Musiker zu werden, hatte was Befreiendes, hat mir Kraft gegeben. Andererseits hatte ich keine Ausbildung in der Richtung. Deshalb habe ich mich verkrampft, wenn ich mit anderen Musik gemacht habe. Ich war total befangen“, erinnert sich der 55-Jährige. „Das war natürlich kein Zustand.“

Geholfen hat ihm die Straßenmusik: „Ich habe unfassbar gute Akkordeonisten auf der Straße spielen sehen. Es hat keinen interessiert. Ein paar Ecken weiter konnte jemand kaum drei Akkorde auf der Gitarre – und ein ganzer Kreis von Zuhörern stand um ihn herum. Er hat das einfach durch seine Präsenz erreicht.“ Also warum verkrampft sein?

„Zivildienst war Gold“

Nach der Schulzeit im Ammerland wollte Christian Jakober eigentlich in Richtung Sozialpädagogik gehen. Aber da gab es eine lange Warteliste. Also machte er eine kaufmännische Ausbildung, weil „meine Eltern nicht wollten, dass ich ein halbes Jahr rumhänge.“ Dann kam der Zivildienst. „Das war Gold. Endlich hatte ich mal Zeit mir ohne Druck von außen meine eigenen Gedanken zu machen“, beschreibt Jakober die 20 Monate in einem Jugendzentrum und einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Dann die Musikerkarriere: „In den ersten gut zehn Jahren habe ich mich der hehren Kunst verschrieben. Hatte viele Ideen im Kopf, habe ein Tonstudio aufgebaut und möglichst alle Instrumente selbst gelernt.“ Welche denn? „Na ja, auftreten würde ich nur mit Gitarre, Bass und Gesang. Aber wenn man ein Saiteninstrument beherrscht, sind andere auch nicht so schwer. Das Gleiche ist es mit Tasteninstrumenten, wenn du ein bisschen E-Piano kannst. Außerdem kann man mit dem Computer einiges ergänzen, schneller abspielen oder falsche Töne rausnehmen“, sagt Jakober augenzwinkernd.

Musik für Theater

Da „die hehre Kunst und Finanzen einfach kollidieren“, öffnete er sich 1998/99 auch für verwandte Felder. Für einen Freund, der an der Hochschule für Künste Bremen studiert hatte, machte er die Musik zu einem Multivisionsprojekt. Daraus ergaben sich Folgeprojekte. „Oldenburg ist eine kleine Stadt, hat aber eine sehr vielfältige Kulturszene.“ Man kennt sich also. 2001 stieg er bei der Folkrockband „Lack of Limits“ ein und der Verein für Jugendkulturarbeit fragte, ob er mit Jugendlichen die Musik für ein Theaterstück schreiben würde. Damit hatte Christian Jakober ein Etappenziel erreicht: Er konnte von seiner Musik leben – ohne Nebenjobs. Außerdem war es der Einstieg in die pädagogische Arbeit. „Das hat sich anfangs angefühlt wie ein fauler Kompromiss. Aber das hat sich gewandelt. Mit anderen zusammenzuarbeiten macht mehr Spaß und bereichert.“

Interkulturelle Projekte

Beim Blauschimmel-Theater zum Beispiel haben ihn Menschen mit Beeinträchtigung über seinen Schatten springen lassen: „Schlager sind so gar nicht meine Welt. Aber die Chormitglieder stehen auf Schlager. Es macht ihnen so viel Freude und dann macht es mir auch Spaß.“

In die Musikwelt Afrikas eingetaucht ist Christian Jakober, als er 2010 ein Musical mit Geflüchteten auf die Beine stellte – in nur sechs Wochen. Es war so ein großer Erfolg, dass es noch zwei Jahre lang immer wieder angefragt wurde. Daraus entwickelte sich der Verein „Global Music Player“, den Christian Jakober mitgegründet hat und bei dem interkulturelles musizieren der zentrale Punkt ist.

Seinen Faible fürs Handwerken kann der Musiker in Petersfehn II ausleben. Dort hat er zusammen mit seiner Frau vor 18 Jahren eine ehemalige Baumschule gekauft und diese in einen Ponyhof mit Tonstudio verwandelt, wo sie mit ihren beiden Töchtern leben. „Manchmal sitze ich hier und denke: Das kann doch nicht sein! Warum ist das alles so geil?“, erzählt Christian Jakober lachend.

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