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Freizeit: Wohlfühlen dank Waldbaden

24.04.2021

Rastede „Es ist wichtig, dass wir vor dem Waldbaden das Handy ausmachen und uns darauf freuen, dass wir jetzt Zeit nur für uns selbst haben“, sagt Ulrike Katrin Peters. Sie ist im Ammerland aufgewachsen und hat ein Buch übers Waldbaden geschrieben.

„Gut ist auch, sich eine Art Eingangstor zu suchen.“ Unser Eingangstor sind die hohen Buchen, die den Weg am Hirschtor des Rasteder Schlossparks säumen. „Waldbaden ist so ähnlich wie in eine Badewanne steigen. Da schalten wir auch ab und genießen einfach mit allen Sinnen, die Wärme des Wassers und den Duft des Badeöls“, beschreibt die 48-Jährige.

Damit es auch beim Waldbaden schön kuschelig ist, rät die Fachfrau, sich etwas wärmer anzuziehen. Denn beim Waldbaden bewegt man sich nicht so viel und vor allem nicht schnell. „Man lässt sich einfach treiben. Schlendert ohne Ziel durch den Wald. Nimmt sich Zeit den Duft von Nadelbäumen zu riechen, eine Baumrinde oder Moos zu fühlen, ein Blatt zu bewundern, ein Astloch zu entdecken, das aussieht, als säße eine Eule darin oder dem Rauschen des Windes in den Bäumen zu lauschen“, erläutert Peters.

Weniger Stress

Dass dieses absichtslose Gehen ohne Plan und Druck positive Effekte hat, ist inzwischen durch verschiedene Studien wissenschaftlich belegt. Waldbaden führt unter anderem dazu, dass wir besser schlafen, weniger gestresst sind, nicht so leicht depressiv werden und uns insgesamt wohler fühlen.

„Das Beste daran ist, dass es jeder überall machen kann und es nicht mal etwas kostet“, sagt Peters. „Zum Waldbaden muss man nicht sonderlich fit sein und es geht in jedem Wald oder Stadtpark.“ Ist es nicht komisch, im Stadtpark einen Baum zu umarmen, wo so viele Leute zugucken? „Da hilft mir meine Ammerländer Herkunft. Meine Eltern sagen immer: Tu’ watt du willst, die Lü’ schnackt doch“, lacht Peters. „Außerdem muss man beim Waldbaden keine Bäume umarmen – man muss gar nichts. Jeder kann machen was er möchte.“

„Es ist aber sehr schön einen Baum zu umarmen, zu spüren wie er Halt und Kraft gibt“, erzählt Peters. „Jeder kann sich dafür seinen eigenen Baum aussuchen. Ich habe mir einmal einen stämmigen Baum mit wilden Ästen ausgesucht. Er war zwar umgeben von anderen Bäumen, stand aber auch irgendwie allein. Das hat mich berührt. Während der Umarmung hat sich etwas in mir gelöst. Ich habe Nähe gespürt, konnte Verantwortung abgeben und fühlte mich gestützt.“

Ulrike Katrin Peters starken Bezug zur Natur hat wohl ihre Kindheit begründet: „Ich bin in Oldenburg geboren und in Wahnbek aufgewachsen. Das hat mich geprägt. Da hieß es: Tür auf, Kind raus. Wir haben im Graben gebuddelt und Höhlen gebaut und abends hat mein Vater zum Essen gepfiffen. Am Wochenende bin ich mit meiner Familie im Schlosspark spazieren gegangen oder wir sind auf dem Zwischenahner Meer Boot gefahren. Zum Gymnasium nach Rastede bin ich immer geradelt.“

Ruhe im Ammerland

Nach dem Abitur ging es zum Studium nach Essen. Germanistik, Anglistik und Gestaltungstechnik für Berufsschullehramt studierte die Wahnbekerin. „Eigentlich wollte ich anschließend sofort zurück ins Ammerland. Aber dann sollte es doch nicht das Lehramt sein und ich bekam bei einem norwegischen Verlag eine sehr attraktive Volontariatsstelle.“ Dass Peters ein Jahr in Oslo studiert hatte und norwegisch spricht, half da natürlich.

Seitdem arbeitet der Frischluft-Fan, wie sie sich nennt, als Journalistin in Essen. Schreibt Reise- und Wanderführer und verbringt ihre Freizeit häufig im Ammerland, an dem sie neben der Natur vor allem das im Vergleich zum Ruhrgebiet geringere Tempo und die Ruhe schätzt.

In ihremBuch „Waldbaden – Die Kraft der Natur nutzen“ stellt Ulrike Katrin Peters die Geschichte des Waldbadens und seine wissenschaftlich belegten positiven Effekte vor. Außerdem gibt sie praktische Tipps für Einsteiger. „Handfest, ohne jede Esoterik“ wie sie selbst sagt. Das Büchlein passt in jede Jackentasche.

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