Berlin - Im Kleiderschrank stapeln sich Blusen, T-Shirts und Pullover in allen Farben und Formen. Und ja nicht anfangen, die Röcke und Hosen zu zählen. Trotzdem stehen viele Frauen – und auch Männer – ratlos vor ihrem Klamottenberg und stöhnen: „Ich habe nichts zum Anziehen“. Fehlkäufe, abgetragene oder zu kleine Kleidungsstücke versperren oft den Blick auf die gute Garderobe. Da hilft nur, Ordnung zu schaffen.
Am besten tut man dies, wenn die Sommerklamotten weg- und die Wintersachen hergeräumt werden. Aufräumcoach Rita Schilke aus Berlin rät, sich zum Ausmisten einen Termin im Kalender einzutragen. Sonst verbummele man die Gelegenheit wieder. „Ein regelmäßiges Durchsehen des Kleiderschranks, zum Beispiel alle zwei Monate, finde ich persönlich sehr geeignet, um erst gar keine Ansammlung von nicht mehr aktuellen Kleidungsstücken entstehen zu lassen“, sagt Schilke.
Der Inhalt wird herausgeholt und in drei Stapel aufgeteilt: In „Aussortieren“, „Weiß nicht“ und „Behalten“. Dabei kommt es zunächst gar nicht auf die Frage an: Trägt man das noch? Sondern erst einmal wird das Kleidungsstück auf Herz und Nieren getestet: Ist es komplett oder muss es ausgebessert werden? Sind die Farben verblichen? Passt es noch? Sylvia Ebner, Bundesvorsitzende des Interessenverbands deutscher Farb- und Stilberater aus Stuttgart, rät, auch Kleidung von minderwertiger Qualität, die verwaschen ist oder ihre Form verloren hat, auszusortieren.
Der Stapel „Behalten“ geht zurück in den Schrank. Hierzu zählen vor allem die Lieblingsstücke – auch wenn sie gerade nicht der Mode entsprechen, sagt Sylvia Ebner. Die Passform müsse allerdings stimmen. Auch Klassiker gehören auf diesen Stapel: das Kleine Schwarze, eine weiße Bluse oder der Bleistiftrock. Auch einfarbige Teile benötige man immer zum Kombinieren.
Der Berg mit „Weiß nicht“ wird ganz zum Schluss noch einmal durchgesehen. Beim zweiten Durchgang seien viele realistischer und sortierten noch mehr Stücke aus, sagt Schilke. „Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl und denken Sie nicht daran, wie viel die Jacke oder der Hosenanzug einmal gekostet haben. Das liegt in der Vergangenheit und ist vorbei.“
Alle Kleidungsstücke im Schrank sollten miteinander und mit Accessoires wie Schmuck, Tüchern, Schals, Mützen oder Hüten kombiniert werden können, sagt Ebner. Passt die orange Hose zu nichts, kommt sie weg. Hochwertige, klassische und zeitlose Kleidungsstücke ließen sich in der Regel gut mit Trendelementen kombinieren. „Schreiben Sie sich die Variationen auf“, rät die Stilberaterin. Fotos helfen, sich an besonders hübsche Variationen zu erinnern.
