Die da oben machen doch eh’, was sie wollen – so stöhnt man, ergibt sich in sein Schicksal und lässt die Damen und Herren Politiker machen, was sie wollen, statt dass sie redlich einlösen, was sie im Vorfeld einer Wahl großspurig versprochen haben. Kein Wunder, dass sie zum Ausgleich in satirischer Form gelegentlich ihr Fett abbekommen. Sei es in wenig schmeichelhafter Form bei einem Karnevalsumzug, sei es noch weniger schmeichelhaft im Kabarett, sei es, ganz und gar nicht schmeichelhaft, verewigt auf Spielkarten.
Bube, Dame und König – beim Rommé-Set auch noch die Joker – sind als bitterbös-ironische Bilder gestaltet. Doppelbödig, denn dreht man die Karte, so zeigt sich eine andere Version. Sigmar Gabriel etwa als süßlich feixender Unschuldsengel oder mit Teufelshörnchen. Die europäischste alle Kanzlerinnen als Heilige, aber auch als Star-Wars-Kriegerin mit Laserschwert. Finanzjongleur Schäuble als mittelerdigen Gollum-Sméagol, der den Schatz haben will. Ob man da noch Gysi als Joker braucht?
