Köln - Ein Detektiv trägt Trenchcoat. Der Mantel ist beige, etwas schäbig wie der Typ selbst – und wirkt meistens deswegen hässlich. Regnet es in den Detektivfilmen, schlägt der Schnüffler den Kragen hoch. Aber wenn eine Dame zum Trenchcoat greift, ist das gleich ein anderes Bild. Denn ein schickes Modell gilt als äußerst elegante Kleidung.
Der Trenchcoat ist die Übergangsjacke schlechthin für dieses Frühjahr, geht es nach den Modeexperten. Aber der Klassiker war nie out. Lange war er jedoch als steifer Alt-Herren-Mantel verrufen. Nun entdecken ihn gerade junge Frauen für sich.
Vor allem aber ist er zunächst praktisch: „Er wirkt schick und zugleich sportlich, und er ist zu allem kombinierbar“, nennt Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Mode-Institut in Köln seine Vorteile. Das gilt vor allem für die teils fröhlich bunten Modelle, die es derzeit im Handel gibt: Sie sind gelb, türkis oder rosa. „Oftmals schmeichelt der Trägerin eine Farbe wie etwa Kobaltblau sogar mehr als Beige oder Schwarz“, erläutert Sonja Grau, Personal Shopperin aus Ulm.
Und obendrein gibt es den Mantel nun auch in kurz. Das stehe besonders kleineren Frauen gut, sagt Modeberaterin Grau. Sie rät: „Frauen mit geringer Körpergröße sollten nach einem Trenchcoat-Modell greifen, welches kürzer ist – das heißt, er sollte oberhalb des Knies enden.“ Größeren rät sie, knielange Modelle zu kaufen. Die gibt es auch – denn die traditionelleren Modelle lassen sich nicht vom Markt verdrängen.
Warum der Mantel an einer zarten Frau aufsehenerregender ist als am Mann, versteht man, wenn man sich seine Geschichte anschaut. Der Trenchcoat war nämlich nie als weibliches Kleidungsstück erdacht worden.
Sir Thomas Burberry entwarf ihn für die britischen Soldaten im Ersten Weltkrieg. „In ihm überstanden die Soldaten den Winter in den Gräben“, sagt Müller-Thomkins. Und daher kommt sein Name: Trenches bedeutet übersetzt Schützengräben.
Der Militärmantel bestand aus Gabardine, einem sehr dichten Stoff, der Wasser abhält. Damit es den Soldaten nicht in die Stiefel regnete, war er lang. Später ließen die Heimkehrer ihn kürzen. Der Regenmantel mit Stil war nach dem Krieg bald beliebt. „Man ist damit einfach immer perfekt angezogen“, sagt Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt.
