Welche Trends sehen Sie für Paare, die 2020 heiraten möchten?

SchulzDas sind zwei Trends – immer noch Vintage und Boho. Mit beiden Begriffen werden viele Dinge in einen Topf geworfen. Es lässt sich aber grob zusammenfassen als ein festlicher Hippie-Stil, bei dem nicht mehr alles gemacht wird wie traditionell üblich. Man macht etwa ein Lagerfeuer draußen, um das man dann auch tanzt statt drin in der Location auf der eigentlichen Tanzfläche.

Verstärkt gibt es auch einen Fokus auf naturbetonte Hochzeiten – „natural greenery“ bezeichnet man das. Hier wird mit natürlichen Dekorationen gearbeitet. Der Farbfokus liegt auf Dunkelgrün und Weiß, dazu passen etwa dunkle Holztische gut.

Viele Feiern geben sich ja ein Farbmotto. Ist das erwähnte Dunkelgrün eine Trendfarbe?

SchulzAktuell sind Roségold und insgesamt die natürlichen Töne angesagt. Man muss aber sagen: Es gibt zwar Trendfarben für Hochzeiten, aber nicht jedes Jahr eine neue, sondern eher alle paar Jahre. Meistens braucht es eine Weile, bis ein Trend so weit angekommen ist, dass man die passenden Dekorationen auch im lokalen Fachhandel kaufen kann. Daher ein Tipp: Wenn man einen Trend schon am Anfang mitmachen möchte, sollte man vor dem Festlegen klären, ob man ihn auch schon wirklich aufgreifen kann beziehungsweise welchen Aufwand man dafür betreiben müsste. Es gibt Bräute, die ihre Dekorationen dann etwa in den USA bestellen. Das muss ja nicht sein, gerade mit Blick auf die Nachhaltigkeit.

Welche Art von Festlocation ist besonders beliebt?

SchulzDie Scheunenhochzeit ist aktuell super beliebt. Sie ist festlich, aber auch ein bisschen rustikal – was wiederum den Druck vom Brautpaar nimmt, alle Traditionen und Erwartungen an eine typische Hochzeit erfüllen zu müssen. Denn hier geht es auch etwas lockerer zu.

Im Alltag versuchen immer mehr Menschen, nachhaltiger zu leben? Gilt das auch für die Planung von Hochzeiten?

SchulzDie Nachfrage danach steigt schon, aber nicht so sehr wie im Alltag. Brautpaare können aber schon mit kleinen Dingen eine Wirkung erzielen. Zum Beispiel, indem sie gewisse Sachen Secondhand kaufen oder Dienstleister von vor Ort aussuchen. Wer in München wohnt, muss ja nicht einen DJ aus Berlin kommen lassen. Und man kann statt Orchideen oder Callas aus dem Ausland auch heimische Blumen kaufen. Wiesenblumen sind gerade sowieso beliebt.