New York - Die Idee entstand im Sandkasten. „Ich erinnere mich noch gut – meine Tochter Mona hatte etwas selbst gemachtes an“, sagt Heike Jaroschowitz. „Richtig, genau. Und ich achte ja immer sehr auf sowas“, fällt ihr Simone Leonhardt lachend ins Wort. Über eine Mütter-Seite im Internet hatten sich die beiden Frauen kurz zuvor kennengelernt. Beide stammen aus Baden-Württemberg, beide leben als junge Mütter in New York, und beide interessieren sich für Kindermode. Aber nicht für rosafarbene Hemdchen mit Blümchen, Bienchen und Teddys drauf, die es an jeder Ecke zu kaufen gibt. Sondern für schlichte, zeitlos schöne Kleidungsstücke von hoher Qualität – und so etwas sei gar nicht so leicht zu finden.

Bei einem Kaffee entwickelten die Frauen 2010 ein Firmenkonzept. Die Idee: Aus aussortierten, qualitätvollen Lieblingsklamotten der Eltern werden individuell entworfene Einzelstücke für die Kinder. Die Zielgruppe: modebewusste Mütter und Väter mit Kindern im Alter zwischen null und vier. Der Name: „Kindred Cloth“. Über Mund-zu-Mund-Propaganda und die Webseite verbreitete sich die Idee und erste Bestellungen für die um die 120 Dollar (etwa 90 Euro) teuren Kleidchen, Strampler, Hosen und T-Shirts trafen ein. Mindestens einen Tag dauert es, bis so ein Einzelstück mit eigenem neuen Schnittmuster fertig ist.

„Bisher sind unsere Kunden hauptsächlich in den USA, aber auch aus Europa haben wir schon Bestellungen bekommen“, sagt Leonhardt, die für verschiedene Modehäuser gearbeitet und in Reutlingen studiert hat.

In ihrer Wahlheimat New York kommt das Konzept besonders gut an. Aber auch generell geht in den USA der Trend zu einem höheren Qualitätsbewusstsein, sagt Kathy Grannis, die Sprecherin des amerikanischen Einzelhandelsverbandes.