- Scott: „Wir waren das am meisten beneidete Paar in ganz Amerika.“ Zelda: „Wir waren verdammt gute Schauspieler.“ F. Scott Fitzgerald, Autor des amerikanischen Klassikers „Der große Gatsby“, und seine Frau Zelda waren das Traum- und Skandalpaar der 1920er Jahre. Ihr öffentlich ausgelebtes Beziehungsdrama zwischen Glamour und Größenwahn inklusive Alkoholexzessen und Seitensprüngen feiert in Michaela Karls flott geschriebener Biografie lesenswerte Auferstehung. (Michaela Karl: „Wir brechen die 10 Gebote und uns den Hals. Zelda und F. Scott Fitzgerald“, btb 74652, 10,99)

„Im achten Jahr ihrer Beziehung hatten sie den Punkt erreicht, wo sie einander nützliche Geschenke machten.“ Wenn die Geschichte einer Ehe so beginnt, ahnt man, dass es sich um die Geschichte einer Ehekrise handelt. „Unbefugtes Betreten“, elegante Erzählungen von Julian Barnes, drehen sich um scheiternde, heikle oder problematische Beziehungen, um Liebe, Verlangen und Verlust. (Julian Barnes: „Unbefugtes Betreten“, btb 74722, 9,99)

Verlangen und Verlust könnte auch der Untertitel von Uwe Timms Roman „Vogelweide“ lauten. Ein Mann, der alles verloren hat – die Frau, die Geliebte, den Beruf – versucht, als Vogelwart auf einem Nordsee-Eiland seine Existenz zu überdenken. Aber die freiwillige Isolation wird gestört, als seine ehemalige Geliebte ihren Besuch ankündigt. Wie eine Flut steigen nun Erinnerungen auf an die Geschichte zweier Paare, die glücklich und zugleich unheilvoll ineinander verstrickt waren: Das gelassene und kluge Buch eines unprätentiösen Stilisten. (Uwe Timm: „Vogelweide“, dtv 14379, 9,90)

Die Ausgangslage in Louis Begleys Roman „Erinnerungen an eine Ehe“ ähnelt stark der bei Uwe Timm: Bei Begley ist es ein Schriftsteller, der sich nach dem Verlust von Frau und Tochter zurückzieht und als Witwer zufrieden in seinen Erinnerungen lebt. Doch dann taucht seine Jugendliebe auf, einst lebenslustig, frivol und mondän, jetzt verbittert und gehässig, die von ihrer fragwürdigen Ehe erzählt. Sukzessive schieben sich beider Lebensgeschichten ineinander. (Louis Begley: „Erinnerungen an eine Ehe“, st 4549, 9,99)

Die berühmteste Ehebruchsgeschichte der Weltliteratur ist Gustave Flauberts „Madame Bovary”. Bei Erscheinen im Jahr 1856 machte der Roman um den Seitensprung einer gelangweilten Apothekerfrau ungeheuren Skandal, der vor Gericht mit einem Freispruch für den Autor endete. In der Neuübersetzung von Elisabeth Edel erscheint dies Werk in seiner ganzen Raffinesse und Abgründigkeit. (Gustave Flaubert: „Madame Bovary“, dtv 14343, 14,90)