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NWZonline.de Nachrichten Kultur Literatur

Von Mast-, Schot- und Schiffbruch

14.12.2018

Ein sprichwörtlich gewordenes Volkslied preist die Seefahrt als lustig und schön, verschweigt jedoch Mast-, Schot- und Schiffbrüche, von denen es in der maritimen Literatur nur so wimmelt. Einer der spektakulärsten Untergänge ist der des Walfängers „Pequod“ in Hermann Melvilles gewaltigem Roman „Moby-Dick“. Ismael, der Erzähler und einzige Überlebende der Katastrophe, treibt, ausgerechnet auf einem Sarg, einen Tag und eine Nacht durch ein Meer, „so lind wie eine leise Totenklage“, bis er gerettet wird. (Herman Melville: „Moby-Dick“, Roman, dtv 14613, 12,-)

Ohne Sarg und dazu noch ein paar Stunden länger hielt sich der südafrikanische Unternehmer Brett Archibald im Indischen Ozean über Wasser, nachdem er über Bord eines gecharterten Schiffs gegangen war. Dass er gerettet werden konnte, verdankte sich einigen unwahrscheinlich glücklichen Zufällen, aber auch seiner guten Physis und außerordentlichen Ausdauer. Sein spannender Bericht rekonstruiert (mit Hilfe einer Co-Autorin) nicht nur seine Perspektive aufs Geschehen, sondern auch die der Retter. (Brett Archibald: „Über Bord. 28 Stunden allein im Indischen Ozean“, Fischer TB, 16,-)

Der auf historische Romane spezialisierte Bestsellerautor Bernard Cromwell schreibt neuerdings auch das, was der Verlag „maritime Thriller“ nennt – man könnte auch sagen: Krimis zur See. Der Held der Geschichte möchte eigentlich nur seinen heimischen Problemen davonsegeln, gerät jedoch in finstere Machenschaften und Intrigen, und natürlich muss auch ein stolzes Schiff dorthin sinken, „wo es keine Stürme und kein Licht gab, nur Schweigen und Stille“. (Bernard Cornwell: „Hart am Wind“, Roman, rororo 27368, 10,99)

Geisterschiffe und Riesenkraken, Monsterwellen und Phantominseln: Seemannsgarn und Meeresmythen gibt es, seit es die Seefahrt gibt. Olaf Fritsche geht mit den Mitteln moderner Wissenschaft den schauerlichen Legenden und der manchmal dahinter steckenden Wahrheit auf den, nun ja, Grund. (Olaf Fritsche: „Gibt es Geisterschiffe wirklich? Die Wahrheit hinter den Meeres-Mythen“, rororo 63253, 12,99)

Der größte maritime Schriftsteller nach Homer ist zweifellos Joseph Conrad. Er wusste sehr genau, wovon er schrieb, war er doch selbst als Kapitän zur See gefahren. „Die Schattenlinie“ erzählt exemplarisch von der Passage der Jugend ins Erwachsensein, von einem jungen Seemann und seiner ersten Fahrt als Kapitän, während der er vor ein fast unlösbares Problem gestellt wird. Der junge Mann bringt sein Schiff aber heil in den Hafen. (Conrad Joseph Conrad: „Die Schattenlinie“. Roman. dtv 14657, 12,90)

Klaus Modick über Taschenbücher mit maritimen Themen

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