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NWZonline.de Nachrichten Kultur Literatur

Liebeserklärung an die alte Heimat

08.07.2010

WILHELMSHAVEN Richtig gefesselt war Axel Bruns im Laufe der Jahre von der Geschichte Wilhelmshavens. Die Stadt ist seine Heimat, die er allerdings mit 19 Jahren in Richtung Berlin verlassen hat. „Damals gab es nur einen Gedanken: Bloß weg hier“, gesteht der gebürtige Jadestädter heute. Mit mehreren Freunden zog es ihn also einst in die heutige Bundeshauptstadt. Ganz vergessen konnten sie „Schlicktown“ aber doch nicht, und so war die Stadt an der Jade immer wieder Gesprächsthema bei den Nordlichtern.

Zum 50. Geburtstag seines Freundes Harald Gottschalk, der auch in Berlin gelandet war, verfasste Axel Bruns deshalb eine Art Lexikon über Wilhelmshaven. Darin festgehalten waren seine Kindheits- und Jugenderinnerungen an die 50er- und 60er-Jahre in Wilhelmshaven – von a bis z. „Das „Buch“ (damals waren es nur ein paar zusammengeheftete Seiten Papier) war der Renner auf der Geburtstagsparty. Jeder wollte mal reinschauen“, erinnert sich Axel Bruns. So wurde das Original zu einer begehrten Kopiervorlage für Exil-Wilhelmshavener und des öfteren vervielfacht.

Irgendwann sagte ein Freund: „Du musst daraus unbedingt ein richtiges Buch machen.“ Das fand auch Dr. Jens Graul. Beim Kulturdezernenten der Stadt wurden viele Erinnerungen an seine eigene Jugendzeit wach, als er die lose Blattsammlung in die Finger bekam. Bruns, der heute in Burma (Myanmar) lebt, ließ sich überzeugen und arbeitete sein Werk weiter aus. Das Ergebnis ist unter dem Titel „Wilhelmshaven von a bis z – Die 50er und 60er Jahre“ ab sofort im Buchhandel erhältlich.

Mit Hilfe von Ulrich Recker-Wellnitz vom Stadtarchiv konnte Bruns seine Erinnerungen gut bebildern, so dass für viele Altersgenossen des Autors sicher eine schöne Erinnerung an damals bei dem Projekt herausgekommen ist.

Nicht zu kurz kommt in dem Buch die Zeit der Beatmusik und vieler Beatbands, die es damals in Wilhelmshaven gab. Auch über Bars und Diskotheken ist vieles nachzulesen. „Das Buch ist aus der Erinnerung heraus entstanden und bestimmt nicht politisch korrekt“, gibt Axel Bruns zu. Doch gerade dieser lockere Stil war es, der Anhängern wie Graul so gefallen hat.

Und auch wenn so einige nicht ganz so nette Episoden über Wilhelmshavener Schulen, Vereine und andere Institutionen in dem „Lexikon“ zu finden sind, sagt Bruns: „Wenn ich aus Burma weggehen sollte, würde ich wieder zurück nach Wilhelmshaven ziehen.“

Die Geschichte seiner Heimat hat ihn eben wieder in seinen Bann gezogen.

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