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NWZonline.de Nachrichten Kultur Literatur

Lustige Lyrik

28.01.2015

Zu Neujahr kam ein Kärtchen,/das wünschte uns viel Glück/zum Neuen Jahr. Da schrieb ich/dem Schreiberling zurück:/,Mein Freund, was soll der Unfug/ von wegen Neues Jahr?/Wir nahmen schon das alte/nur sehr verschwommen wahr./Bei uns ist nämlich jeden Tag Sylvester –/meine Frau hats gerne pittoresker!‘“ Beginnen also auch wir das Neue Jahr derart lyrisch gestimmt wie Robert Gernhardt, dessen Gedichte „Im Glück und anderswo“ wieder einmal deutlich machen, dass deutsche Dichtung federleicht sein kann. (Robert Gernhardt: „Im Glück und anderswo“, Fischer 90517, 9,99)

Vorläufer Robert Gernhardts in Sachen komischer Lyrik waren Wilhelm Busch und natürlich auch Christian Morgenstern. Dessen Gedichte, bevölkert von so seltsamen Tieren wie Schluchtenhund, Kartoffelmaus oder Schlittschuh laufenden Enten, eignen sich auch zum Verschenken an Kinder, aber dies hübsche Bändchen mit Illustrationen von Reinhard Michl wollen wir dann doch lieber selber behalten. („Christian Morgenstern für Große und Kleine“, Gedichte, dtv Geschenkband, 9,90)

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg veröffentlichte Erich Kästner unter dem Titel „Bei Durchsicht meiner Bücher“ eine Auswahl aus seinen bis 1932 publizierten Gedichtbänden. Diese Auswahl war, wen wundert’s angesichts der historischen Situation, politisch geprägt, und trotzdem blieb Kästner auch im gesellschaftskritischen Vers stets süffig, satirisch, humoristisch. „Was auch immer geschieht:/Nie dürft ihr so tief sinken,/von dem Kakao, durch den man euch zieht,/auch noch zu trinken!“ (Erich Kästner: „Bei Durchsicht meiner Bücher“, dtv 11017, 9,90)

Kästner, Gernhardt und Morgenstern dürfen natürlich nicht fehlen, wenn „Gedichte, die glücklich machen“ zusammengestellt werden. Und auch Goethe steuert eine Empfehlung bei: „Wenn dir’s in Kopf und Herzen schwirrt,/ was willst du Beßres haben!/ Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt,/der lasse sich begraben.“ (Clara Paul (Hg.): „Gedichte, die glücklich machen“, it 4297, 7,-)

Liebesgedichte von Frauen hat Elke Heidenreich ausgewählt und André Heller Liebesgedichte von Männern. Herausgekommen ist unter dem Titel „Seit heute, aber für immer“ ein hübscher Band, in dem sich Robert Gernhardt neben Rainer Maria Rilke wiederfindet – und siehe: Sie beißen sich nicht. Allerlei von Ulla Hahn und Mascha Kaléko ist dabei und sogar ein (leider schlecht übersetzter) Songtext des großen Bob Dylan. (Elke Heidenreich und André Heller (Hg.): „Seit heute, aber für immer“, Liebesgedichte, it 4301, 8,-)

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