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NWZonline.de Nachrichten Kultur Literatur

Borowski und sein Buch

17.05.2019

Es ist inzwischen ein eigenes kleines Genre: „Tatort“-Literatur. Bücher, geschrieben von Kommissaren aus der liebsten Krimi-Reihe der Deutschen. Miroslav Nemec („Tatort“ München) und Andrea Sawatzki (früher „Tatort“ Frankfurt“) haben mehr oder weniger lesenswerte Kriminalromane geschrieben. Ulrich Tukur („Tatort“ Wiesbaden) schrieb lieber eine Novelle und „Venezianische Geschichten“, Heike Makatsch („Tatort“ Mainz) verfasste „Keine Lieder über Liebe“ und Jan Josef Liefers („Tatort“ Münster“) den „Soundtrack meines Lebens“.

Jetzt geht auch der Kieler Kommissar unter die Schriftsteller: Axel Milberg (62), bekannt als am Sonntagabend im Ersten ermittelnder Kommissar Borowski, hat sein erstes Buch auf den Markt gebracht. In dem autobiografischen Roman „Düsternbrook“ erzählt ein Ich-Erzähler mit dem Namen Axel Milberg vom Aufwachsen im titelgebenden Kieler Nobelviertel Düsternbrook.

„Düsternbrook“ klingt wie eine Biografie, ist aber keine. 30 Prozent des Buches mache die „Grundierung des authentischen Materials“ aus, sagte Milberg bei der Buchpremiere in München. Der Rest sei fiktional: „Lügen, dass sich die Balken biegen.“

Herausgekommen sind streckenweise durchaus unterhaltsame Anekdoten, die so stattgefunden haben können oder nicht – immer aber aus der Perspektive des Jungen von damals geschrieben sind. „Mögliche Erinnerungen an eine Kindheit“, beschreibt Verlegerin Felicitas von Lovenberg das Buch. Sie spricht von einem „großen Staunen, das dem Buch innewohnt“.

Denn Milberg erklärt nichts, stülpt dem kleinen Axel nicht die Erkenntnisse aus folgenden Jahrzehnten über, lässt ihm seine kindliche und später jugendliche Sicht – ähnlich wie Regisseur Marcus H. Rosenmüller in seinem Film „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Es sei für ihn eine „Lust, in der Zeitmaschine zu sitzen“, sagte Milberg.

So lässt er den Leser durch die Augen von Klein-Axel auf die rostige Schraube in dessen Bein blicken oder auf ein altes Radio. „Ich erkannte, aus einem alten Radio kann bloß alte Musik rauskommen, natürlich.“

Der Blick des Heranwachsenden fällt auf Lili, das Mädchen vom Tennisplatz, bei dem der Teenie-Axel durchaus Chancen gehabt hätte. Aber das weiß er nicht, als es darauf ankommt. Aus der Diskrepanz zwischen der Erkenntnis des Ich-Erzählers und der des Lesers ergibt sich die Komik des Buches. Ein Highlight, vor allem, wenn der erfahrene Vorleser Milberg es selbst liest: Der Besuch des Schweizer Autors Erich von Däniken und die Auswirkungen, die seine Theorie von außerirdischen Besuchen auf der Erde beim 15 Jahre alten Axel auslösen. „Wenn man 15 ist, hat man gerne eine Erklärung für die Welt“, sagte Milberg.

Das Buch endet in München, wo Milberg inzwischen seit Jahrzehnten mit seiner Familie lebt, mit der Aufnahme von Axel auf die Schauspielschule. „Sie hatten mich aufgenommen! Was das heißt, wie das klingt: AUFGENOMMEN!“

Er sei selbst überrascht gewesen, wie schnell das bei ihm gegangen sei mit dem Schreiben, sagte der Schauspieler in München. Er habe sich zwar extra „was gemietet im Süden“ – dann aber gemerkt, dass er gar nicht so viel Zeit brauche und ohnehin meistens nachts schreibe, weil er einen unruhigen Schlaf habe. Wenn er dann später gelesen habe, was er nachts aufs Tablet brachte, habe er oft gedacht: „Wer hat denn das geschrieben? Das ist gar nicht schlecht.“

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