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NWZonline.de Nachrichten Kultur Literatur

Rezension: Gruseln im Schnelldurchgang mit Stephen King

17.10.2020

Stephen King: Blutige Nachrichten, Heyne, 2020, 559 Seiten, 24 Euro

Als Meister der kurzen Form brilliert Stephen King schon während seiner gesamten Schriftstellerkarriere. Kurzgeschichten und Novellen gehören für ihn seit jeher zum Schaffen, wenngleich seine ganz großen Erfolge eher auf dickleibigen Wälzern beruhen. Mit „Blutige Nachrichten“ legt der US-Amerikaner dieser Tage mal wieder eine Sammlung vor: Vier Kurzromane warten darauf, von der breiten Fan-Schar verschlungen zu werden.

Das Format, vier mittellange Texte in einem Band zu vereinen, hat beim inzwischen 73-jährigen King schon eine gewisse Tradition: „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“ etwa hatte das gleiche Prinzip, ebenso „Zwischen Nacht und Dunkel“.

Gewöhnlich schafft es King eigentlich erst auf langer Strecke, wie beispielsweise in „Es“ oder „The Stand“, die ganze Klaviatur seines Könnens zu bedienen. Doch zählen nicht wenige seiner Kurzgeschichten und Novellen zu den Höhepunkten seines Schaffens.

Verzögerter Lesefluss

In „Blutige Nachrichten“ braucht es allerdings einen Moment, um sich in den gewohnten Lesefluss zu versetzen. Sowohl „Mr. Harrigans Telefon“ also auch „Chucks Leben“ vermögen nicht un-eingeschränkt zu begeistern, wenngleich Tonfall und Erzählform zweifellos nach King klingen. Für den kleinen Grusel taugen sie allemal.

Ein intensiveres Leseerlebnis wird dann die Titelgeschichte „Blutige Nachrichten“, in der Stephen King das tut, was er zwischendurch immer wieder mal gern vollführt: die Rückbesinnung auf bekannte Personen.

Holly Gibney ist zurück

Im Mittelpunkt steht Holly Gibney, die King-Fans bestens bekannt ist. Sie trat schon in der Trilogie aus „Mr. Mercedes“, „Finderlohn“ und „Mind Control“ sowie zuletzt in „Der Outsider“ auf. Jetzt ist sie die Protagonistin im Kampf gegen einen unwirklichen Gegner, der eine Spur der Zerstörung hinterlässt.

King zeigt sich in Höchstform, baut Spannung und Grusel auf und beweist, dass er noch längst nicht am Ende seiner Einfälle angekommen ist.

Und auch „Ratte“ zum Schluss führt einmal mehr das vor, was King unter dem Strich von so vielen anderen unterscheidet: Selbst die absurdesten Wendungen und Ereignisse mögen faktisch ins Reich der Fantasie gehören; aus Kings Feder hinterlassen sie den schaurigen Gedanken: Und wenn einem das selbst begegnet?

Red Sox statt Trump

Bei zwei weiteren Dingen bleibt King sich derweil auch in diesen Geschichten treu: Aus seiner Abneigung gegen Donald Trump und seiner Liebe zum Baseball und hier insbesondere den Boston Red Sox macht er erneut keinen Hehl.

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