• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur Literatur

Unerklärliche Sehnsucht

17.06.2016

Mir fehlt etwas, wenn ich keine Musik höre, und wenn ich Musik höre, fehlt mir erst recht etwas. Dies ist das Beste, was ich über Musik zu sagen weiß.“ Dieser hintergründige Satz über eine aller Musik innewohnende, ebenso unerklärliche wie unstillbare Sehnsucht, stammt von Robert Walser, der, wie viele Schriftsteller, stark von Musik beeinflusst war und sich immer wieder subtil zu diesem Einfluss geäußert hat. (Robert Walser: „Das Beste, was ich über Musik zu sagen weiß“, it 4420, 9,-)

Als ausgebildeter Pianist und erfolgreicher Schriftsteller ist Hanns-Josef Ortheil besonders qualifiziert, über Musik zu schreiben. Sein Buch über Mozart, teils Tagebuch, teils Erzählung, bewegt sich nicht zufällig im Spannungsfeld zwischen Sprache und Musik.

Mozart, so Ortheil, habe sich dem begrifflichen Mitteilungsdruck der Sprache entzogen, indem er sie musikalisierte. Die Glücksmomente jedoch, die Mozarts Musik auslöst, entziehen sich sprachlicher Fixierung. (Hanns-Josef Ortheil: „Das Glück der Musik“, btb 71351, 9,99)

Über Mozarts Tod waren stets allerlei Spekulationen und Legenden in Umlauf. Eine weitere, sehr unterhaltsame Variante liefert Matt Beynon Rees mit seinem Kriminalroman „Mozarts letzte Arie“, in der Mozarts Schwester Nannerl als eine Art Kommissarin wider Willen ermittelt und in ein Labyrinth aus Lügen und Vertuschungen gerät. Mozarts Mörder war ... Das wird nicht verraten! (Matt Beynon Rees: „Mozarts letzte Arie“, Roman, dtv 21565, 9,95)

Früh gestorben ist auch Mozarts Landsmann Franz Schubert. 50 Jahre nach seinem Tod befragt ein englischer Journalist Schuberts Stiefschwester Josefa nach den Lebensumständen des Komponisten, und aus den Erinnerungen Josefas entsteht ein kenntnisreiches und sensibles Porträt in Romanform. (Charles Chadwick: „Josefa“, btb 74986, 9,99)

Ohne musikalische Einflüsse ist Thomas Manns Werk undenkbar. Sein Enkel Frido Mann ist nicht nur Psychologe, sondern studierte auch Musik und Theologie, und aus dem Geist dieser Kombination lebt sein autobiografischer Essay „An die Musik“, dem ein Zitat Simon Rattles vorangestellt ist: „Wenn ich an etwas glaube und eine Religion habe, dann die, dass Musik für alle da ist.“ (Frido Mann: „An die Musik“, Fischer TB 03376, 10,99)

Und dann gibt es da noch eine hübsche Anthologie mit dem Titel „Musikgedichte“ von A wie Achim von Arnim bis Z wie Zuckmayer. Wenn man darin blättert, fragt man sich unwillkürlich, ob es überhaupt je einen Dichter gegeben hat, der Musik nicht mochte. (Mathias Meyer (Hg.): „Musikgedichte“, dtv 14451, 8,90)

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.