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15.10.2016

Oldenburg Das Ergebnis kommt nicht ganz unerwartet: Neun von zehn Kindern in Deutschland lieben es, wenn ihnen vorgelesen wird – unabhängig von Muttersprache und Bildung. Ein Bedürfnis, das die Fünf- bis Zehnjährigen selbst zum Ausdruck bringen konnten, denn sie wurden für eine repräsentative Studie befragt. Und sie haben sich dabei als anspruchsvoll erwiesen: Die meisten von ihnen wollen nicht irgendwelche, sondern „tolle Geschichten“ hören.

Die Ergebnisse der 10. Vorlesestudie – ein gemeinsames Projekt der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und „Deutsche Bahn Stiftung“ – wurden am Freitag in Berlin vorgestellt. Demnach gefällt es 91 Prozent der Kinder, wenn ihnen vorgelesen wird.

Jährliche Studie

Die Vorlesestudie ist ein Projekt der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und „Deutsche Bahn Stiftung“. Sie wird seit 2007 jährlich durchgeführt.

Für das Jahr 2016 hat das Feldinstitut Iconkids & Youth 521 repräsentativ ausgewählte Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren und ihre Mütter aus ganz Deutschland befragt.

Die Vorliebe ist in Haushalten mit mittlerer (90 Prozent) und niedriger Bildung (86 Prozent) kaum weniger ausgeprägt als mit hoher Bildung (94 Prozent). Kaum eine Abweichung gab es auch bei jenen, in deren Haushalt eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wird.

Besonders Kinder, denen wenig vorgelesen wird, wünschen sich das häufiger (49 Prozent) und die es gewohnt sind, können nicht genug bekommen (30 Prozent). In den allermeisten Fällen übernehmen Mütter das Vorlesen (95 Prozent), und sie sind auch mit Abstand die begehrtesten Vorleser (77 Prozent). Nur 39 Prozent der Väter opfern dafür ihre Zeit.

Fazit der aktuellen Vorlesestudie: In Deutschland müssten Kinder ein „Recht auf Vorlesen“ haben. „Absolut!“, betont Regina Peters, Organisatorin der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (Kibum/5. bis 15. November 2016) und würde der Forderung am liebsten drei Ausrufezeichen hinzufügen. Gemeinsam mit Heike Janssen, Leiterin der Oldenburger Stadtbibliothek, und Marianne Reudink, Leiterin der Kinderbibliothek, sieht sie sich mit der Studie in ihrer Arbeit „komplett bestätigt“. Erzieherinnen an Kitas und Grundschulen, mit denen die Bibliotheken eng zusammenarbeiten, würden immer wieder von Lernfortschritten berichten, sagt Peters und bringt es auf eine einfache Formel: „Lese-Biografie gleich Bildungserfolg“.

Richtig sei auch, dass in der Regel die Mütter für das Vorlesen zuständig sind. Gerade deshalb haben die Bibliotheken spezielle Angebote, die Männer gezielt ansprechen. Nach dem Motto „Super, Papa liest vor“ geht es etwa zur Feuerwehr oder zur Polizei – gemeinsame Aktivitäten, die mit dem Vorlesen aus dazu passenden Büchern kombiniert werden. Man wolle künftig auch versuchen, erklärt Peters, „Papas durch elektronische Leseangebote“ zu motivieren.

Der Vorlesestudie zufolge liest knapp ein Drittel der Eltern ihren Kindern zu selten vor – ideal wären „15 Minuten täglich“. Dass das nicht immer klappt, ist für Regina Peters nachvollziehbar. Sie hat Verständnis für müde Erwachsene: „Wichtig ist, dass beide, Eltern und Kind, ihren Spaß haben. Und das möglichst regelmäßig.“

Für sie ist besonders aufschlussreich, dass Kinder offenbar „durchaus einen literarischen Geschmack haben“: Für mehr als die Hälfte müssen Bücher vor allem spannend (ältere Kinder) oder lustig (jüngere) sein. Auf Platz drei folgt die „tolle Hauptfigur“. Und immerhin auf Platz neun berücksichtigen die Kleinen den Vorleser: „Die Geschichte muss auch meinen Eltern gefallen.“

Regina Jerichow
Stellv. Redaktionsleitung
Kulturredaktion
Tel:
0441 9988 2061

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