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NWZonline.de Nachrichten Kultur Literatur

Anne Franks Tagebuch als Romanentwurf

27.06.2019

Zürich Zwei Jahre, von 1942 bis 1944, verbrachte Anne Frank in einem Amsterdamer Hinterhaus, eingepfercht mit ihrer Familie und Freunden in einem 50 Quadratmeter großen Versteck. Bis sie verraten wurde. Sie starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Doch ihr Tagebuch machte sie unsterblich. Am 12. Juni wäre sie 90 Jahre alt geworden.

Ihre Aufzeichnungen hatte das jüdische Mädchen bei der Verhaftung in der Prinsen­gracht zurückgelassen. Sie wurden von Otto Franks Sekretärin gefunden, aufbewahrt und dem Vater nach Kriegsende übergeben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde das Tagebuch 1947 veröffentlicht, lektoriert von Otto Frank.

Es ist ein „Amalgam aus dem Originaltagebuch Anne Franks und einem Romanentwurf von ihr“, so die Literaturwissenschaftlerin Laureen Nussbaum, die als Hannelore Klein in Frankfurt geboren wurde und deren Familie mit der Anne Franks befreundet war. Ihr ist es zu verdanken, dass nun ein Buch vorliegt, das nicht nur die Tagebuchschreiberin Anne Frank zeigt, sondern auch eine angehende Schriftstellerin. Dafür hat sich die 91-Jährige 25 Jahre lang eingesetzt. Mithilfe des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam und dem Berliner Secessionsverlag ist es nun gelungen.

Die neue Edition (Anne Frank: „Liebe Kitty. Ihr Romanentwurf in Briefen“, Secessionsverlag, 205 Seiten, 18 Euro) ist anders als das bekannte, in mehr als 70 Sprachen übersetzte Tagebuch – reifer, sprachlich einheitlicher, gestrafft und redigiert. Es ist mehr als ein Dokument. „Ich selbst bin hier meine schärfste und beste Kritikerin“, heißt es im Text, der auch als „Version b“ bezeichnet wird. „Ich weiß selbst, was gut geschrieben ist und was nicht.“ In den Briefen an Kitty entfloh sie der engen, bedrohlichen Realität im Hinterhaus und trug sich mit dem Gedanken, ihre Aufzeichnungen in einen publizierten Briefroman zu verwandeln.

„Denn schreiben will ich“ – mit diesem Zitat ist der abschließende Essay von Laureen Nussbaum überschrieben. Nicht auszumalen, was Anne Frank noch veröffentlicht hätte, wenn sie nicht ermordet worden wäre.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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