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NWZonline.de Nachrichten Kultur Literatur

Kriminalliteratur: Rückkehr eines Detektivs mit coolen Sprüchen

21.11.2019

Zürich Einst waren die berühmtesten Detektive Europäer. Der Pfeifenraucher Sherlock Holmes. Der Moustache-Träger Hercule Poirot. Und natürlich Miss Marple, die weißhaarige Dame mit dem Strickzeug. Doch dann betrat ein Amerikaner mit Zigarette zwischen den Lippen und Whiskyflasche in der Hand die Krimi-Weltbühne: Philip Marlowe. Mit ihm wurde alles anders. Der King of Cool. Ebenso schlagfertig wie abgebrüht, zynisch und illusionslos, aber auch melancholisch mit einem weichen Herzen. Besonders für das Geschlecht, das man damals noch ungestraft das schwache nannte.

80 Jahre ist es her, dass in Amerika „The big sleep“ („Der große Schlaf“) erschien, Raymond Chandlers erster Roman und die literarische Geburt von Philipp Marlowe. 60 Jahre sind seit Chandlers Tod vergangen. Neben Dashiell Hammett gehörte Chandler zu den großen Pionieren der „Hard-boiled fiction“, ein – laut Encyclopaedia Britannica – „harter, unsentimentaler Stil des amerikanischen Krimi-Schreibens, der einen neuen Ausdruck von urwüchsigem Realismus mit sich brachte“. Mit hartgesottenen Ermittlern als Helden und anschaulichen Sex- und Gewaltdarstellungen, wenngleich damals noch weit zahmer als das, was heute als vertretbar gilt.

Das Jubiläum des Chandler-Erstlings hat der Zürcher Diogenes-Verlag zum Anlass für eine aufwendige Neuedition aller sieben Marlowe-Romane genommen. Mithilfe renommierter Übersetzer werden Chandlers Texte für die heutige Zeit und, so hofft man natürlich, ein neues, junges Lesepublikum aufbereitet. „So eine knappe und schnelle Sprache, wie Chandler sie hatte, gab es noch nicht im Deutschen zur Zeit der früheren Übersetzungen“, erklärt dazu das Diogenes-Lektorat.

Als „Sahnehäubchen“ gibt es zu jedem neuen Marlowe-Band ein Nachwort eines renommierten Chandler-Bewunderers. Den Anfang haben jetzt der preisgekrönte Übersetzter Frank Heibert und keine Geringere als Donna Leon gemacht.

Heibert, der aus dem Amerikanischen unter anderem Werke von William Faulkner, Don DeLillo und Tobias Wolff übersetzte, gelingt es gut, Chandlers fast an Kamerafahrten erinnernde szenische Darstellungen eines von krassen sozialen Gegensätzen geprägten Los Angeles im Deutschen nachvollziehbar zu machen.

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