Lohne - Der Bedarf an Fachkräften in der Gastronomie ist groß. Dieser Problematik stellten sich am Freitag in Stratmanns Hotel in Lohne heimische Gastronomen und die Arbeitsagentur.

Die Gründe sind vielschichtig: Neben den Arbeitszeiten an Wochenenden sind auch die Anforderungen, die Ausbildungsdauer und das mangelnde Angebot an entsprechenden Berufsschulklassen vor Ort zu nennen. Einen niedrigschwelligen und schnelleren Einstieg in die Gastronomie bietet die zweijährige Ausbildung zur „Fachkraft im Gastgewerbe“. Während bei den drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungen zum Koch, zum Restaurantfachmann, zum Hotelfachmann, zum Hotelkaufmann usw. in der Regel mindestens der Realschulabschluss erforderlich ist, bietet die Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe auch für Schülerinnen und Schüler eine Chance, die bisher keine Top-Zensuren haben.

Derzeit müssen Auszubildende in diesem Beruf zu den Berufsschulen nach Osnabrück oder Oldenburg pendeln. Das ändert sich jetzt: Die Justus-von-Liebig-Schule Vechta bietet auf Initiative des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) und der Agentur für Arbeit Vechta ein Berufsschulangebot für Fachkräfte im Gastgewerbe in Vechta an.

Ulrich Steinkamp, Vorsitzender des DeHoGa im Landkreis Vechta und langjähriger Gastronom, wirbt für eine solche Ausbildung: „Es ist der schönste Beruf, denn ich arbeite mit und am Menschen. Hinzu kommen die enorme Bandbreite der Einsatzgebiete sowie eine Fülle an Aufstiegsmöglichkeiten.“

Neben der beruflichen Qualifikation kann mit der Ausbildung auch der Schulabschluss nachgeholt oder verbessert werden. „Mit einem Notendurchschnitt von mindestens befriedigend in der Berufsschule und dem erfolgreichen Ausbildungsabschluss kann der Realschulabschluss erworben werden“, erklärt Gabriele Droste-Kühling, Leiterin der Justus-von-Liebig-Schule.

Nach der Ausbildung stehen viele Karrieretüren offen. Ein wachsender Markt mit starkem Personalbedarf ist die Kreuzfahrtbranche, aber auch das Angebot der gastronomischen Betriebe im Landkreis Vechta ist vielfältig. „Diese guten beruflichen Aussichten werden auch in den nächsten Jahren Bestand haben“, meint Tina Heliosch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Vechta. „Wer also jetzt im August die Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe beginnt, hat auch in zwei Jahren nach Ausbildungsabschluss noch erstklassige Berufschancen.“

Auch jetzt gibt es noch einige freie Stellen für diesen Ausbildungsberuf. Interessenten können sich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Vechta wenden (Burkhard Kulla, Tel. 04441/ 9463161, E-Mail: vechta.u25 @arbeitsagentur.de.