LOHNE - „Möglichst wenig Eigen- und Fremdgefährdung zulassen“: Das ist, so Polizeikommissar Bernd Pauly ein wichtiges Ziel beim „AZT“. Die drei Buchstaben stehen für den Begriff „Abwehr- und Zugriffstraining“, das auf Techniken des vom „Jiu Jitsu“ abgeleiteten Selbstverteidigungssystem „Ju Jutsu“ beruht.
Widerstand begegnen
Diese Fortbildung gehört auch für alle „Beamten mit Bürgerkontakt“ aus dem Bereich der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta nach einem Erlass des Landesinnenministeriums seit Anfang 2011 zu den Pflichtübungen. Pauly fungiert als Trainer. Unterstützt von seinem Kollegen Daniel Birkholz bietet er wöchentlich je eine zweistündige Trainingseinheit für Cloppenburg und das Kommissariat Vechta an. Hintergrund für das „AZT“ ist die in den vergangenen zehn Jahren stark angestiegene Zahl von Angriffen auf Polizisten. Erschwerend kommt dabei hinzu, so Polizeioberrat Walter Sieveke, „dass 70 Prozent dieser Widerstandshandlungen unter Alkohol verübt werden.“
„Lagen“ aus dem Alltag
„Als oberstes Gebot im Einsatz, gilt es“, betont Pauly, „die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu wahren“. Bei Widersetzlichkeiten müssen die Beamten beispielsweise auf den Boden bringen, oder im Stehen fesseln, und wie man Personen auf Distanz hält. Wie solche und zahlreiche andere Situationen, mit denen Polizisten im täglichen Dienst jederzeit konfrontiert werden können, zu meistern sind, das üben die Beamten beispielsweise in der Sporthalle der früheren Lohner Landwehr-Kaserne. Nach der Vermittlung theoretischer Grundlagen steht dabei die Praxis klar im Vordergrund.
Die Gruppe umfasst in der Regel zwölf Personen, Frauen , wie Männer. Trainiert wird nach auf den Alltags abgestellten Modulen, mit Körperkontakt, und mit Übungswaffen. Dabei gilt als Prinzip wenig verschiedene Übungen, aber viele Wiederholungen. Wichtig ist, darauf legen Pauly und Birkholz Wert, dass neben es neben dem Eigenschutz der Polizisten stets um „den Eigenschutz widersetzlicher Personen“ geht.
