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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Lohne

„Ich war der meistgehasste Politiker in Deutschland“

14.03.2019

Lohne Dass der Politiker und Rechtsanwalt Gregor Gysi aus einer der bekanntesten Intellektuellen-Familien der DDR stammt, wissen die meisten der 220 Zuhörer in der Aula der Lohner Stegemannschule am Montagabend. Dass seine Tante Nobelpreisträgerin für Literatur geworden ist, er selbst mal den Beruf des Rinderzüchters gelernt hat und sein Ur-Ur-Ur-Großvater erster Geflügelzüchterpräsident Deutschlands war und laut Gysi das heutige Haushuhn aus China importieren ließ, das kommt für alle überraschend. „Wenn Sie in ein Ei oder ein Stück Hähnchenfleisch beißen, dann denken Sie an mich und meinen Vorfahren“, witzelt der 71-Jährige.

„Ein Leben ist nicht genug“ heißt sein Buch, mit dem Gysi auf Lesereise ist. Wobei Gysi nicht liest, sondern erzählt. Die Fragen stellt der ehemalige Feuilleton-Chef der Zeitung Neues Deutschland, Hans-Dieter Schütt. Der Journalist muss eigentlich nur ein Stichwort nennen und schon parliert Gysi drauflos.

Sechs Leben habe er bislang geführt, alle höchst unterschiedlich. Als Kind, als Student, als jüngster Anwalt in der DDR, als Vorsitzender der SED-Nachfolgepartei PDS, als Bundestagsabgeordneter der Linken und jetzt als Autor. Und zu jedem dieser Leben hat Gysi spannende Anekdoten parat. „Ich war der meistgehasste Politiker in Deutschland“, sagt er zu seinem fünften Leben. In seinem sechsten wiederum werde er hofiert.

Politisch wird Gysi auch. Eine zunehmende Unzufriedenheit der Menschen mit der Welt hat er ausgemacht. Diese Unzufriedenheit machten sich rechtspopulistische Parteien zunutze, die mit dumpfen nationalistischen Parolen die Grenzen wieder schließen und neue Mauern bauen wollten.

Dabei ließen sich die großen Herausforderungen alle nur global lösen. „Wir können das Klima nicht national retten“, betonte Gysi. Gleiches gelte auch für das Wirtschaftsleben und den Finanzsektor.

Das Erstarken der Populisten in Deutschland und Europa habe auch mit der Flüchtlingspolitik zu tun. Die Rechten würden das Thema instrumentalisieren, um Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Die Lösung: „Wir müssen jetzt anfangen, die Fluchtursachen zu bekämpfen.“

Auch der Linken gab er einen Rat. Sie solle nicht immer nur soziale Forderungen stellen, sondern sich auch zur Wirtschaft äußern. Sie solle zeigen, dass die Wirtschaft auch funktioniere, wenn Linke die Verantwortung im Lande trügen.

Zum Schluss blickte Gysi nach vorne: auf sein siebtes Leben, das Alter. Wann das beginne, wisse er noch nicht. Dennoch hatte er bereits einen Rat an alle alten Menschen: „Hört auf, den ganzen Tag über Krankheiten zu reden. Das macht euch auch nicht gesünder.“

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