Lohne - Noch in den 1920er Jahren kutschierten die Bäcker in der Region mit einem Hökerwagen zu den Märkten in Oldenburg und Cloppenburg. Fast 100 Jahre ist der historische Verkaufswagen alt, der jetzt in altem Glanz strahlt – der Gemeinnützigen Werkstatt des Ludgerus-Werks Lohne sei Dank. In etwa 300 Stunden Arbeit haben fünf Langzeitarbeitslose unter Anleitung von Werkstattleiter Kurt Dödtmann das historische Fahrzeug auf Vordermann gebracht. Künftig soll es einen Platz in der Ausstellung des Museumsdorfs Cloppenburg finden.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Ludgerus-Werk und dem Museumsdorf funktioniert bereits seit Jahren. „Es ist ein Gewinn für alle Beteiligten“, lobt Museumsdirektor Prof. Dr. Uwe Meiners. Denn das Museum könnte die Restaurierung bestimmter Ausstellungsstücke nicht finanzieren. Dadurch kommt die Gemeinnützige Werkstatt ins Spiel, denn diese darf nur Aufträge annehmen, die nicht an die Privatwirtschaft vergeben werden können.

Die fünf arbeitslosen Teilnehmer der Maßnahme bekamen so eine Aufgabe, „für die es sich lohnt, morgens aufzustehen“, sagt Elisabeth Schlömer, Leiterin des Ludgerus-Werks. Und auch das Jobcenter Vechta – Träger der Maßnahme – profitiert, wie dessen Geschäftsführer Heinrich Hoppe betont: „Unsere Kunden arbeiten hier für eine gute Sache und nicht für den Müll“, sagt Hoppe. Und eine gute Motivation erhöhe die Vermittlungschancen enorm.

Auch deswegen hat die Behörde die Maßnahme in der Gemeinnützigen Werkstatt um neun Monate verlängert. Rund 30 Langzeitarbeitslose arbeiten in Lohne-Brockdorf und im Niedersachsenpark in Neuenkirchen-Vörden für einen Stundenlohn von 1,50 Euro, um den Anschluss an das Arbeitsleben zu schaffen.

Unter anderem bauen sie Vogelhäuschen für den Nabu oder setzen Wanderwege instand. Auftraggeber sind auch die Museen in der Region. Das Museumsdorf Cloppenburg hat jedenfalls schon das nächste Stück geliefert: eine 100 Jahre alte Leichenkutsche.