Aurich - Am Ende waren beide Trainer voll des Lobes für den anderen. „Wir waren auf einen Kampf eingestellt“, sagte TVG-Coach Ralf Bader nach Spielschluss, „Der OHV hatte heute einen sehr starken Rückraum und das Torwartduell ging klar an Aurich.“ Für Arek Blacha wurden die Gäste aus Bayern ihrer Favoritenrolle aber immer noch gerecht: „Gegen so ein Team zu verlieren, ist keine Schande. Die haben das sehr stark gemacht.“ Grosswallstadt war mit einem kleinen Kader von nur neun Feldspielern nach Ostfriesland gereist, doch die Zweitliga-Akteure zeigten auf Platte schon früh ihr Können. Schnelle Abschlüsse und eine kämpferische Defensivarbeit brachten den TVG mit 3:1 (5. Minute) und 6:4 (9.) in Führung. Aurich hingegen brauchte ein paar Minuten, um ins Spiel zu finden, doch nach zehn Minuten traf Jonas Schweigart erstmals zum Ausgleich (6:6).
Eine Parade von OHV-Torwart Edgars Kuksa und ein Treffer von Kevin Wendlandt, brachten die Hausherren sogar mit 7:6 in Front (11.). Jetzt wurde auch deutlich, worauf der OHV so lange verzichten musste: Die Fans in der Halle, die ihr Team erstmals in Zeiten der Pandemie wieder anfeuern durften. Auch Kapitän Jonas Schweigart hatte das Gefühl, dass sich „da jetzt eineinhalb Jahre etwas angestaut hat“, und unterstrich noch einmal den Stellenwert des Publikums: „Mit den Fans im Rücken haben für oft das Gefühl, wir spielen in Überzahl.“
Doch so einfach ließ sich Großwallstadt nicht unterkriegen. Lange Ballbesitzphasen der Auricher führten aufgrund der starken TVG-Abwehr doch zu selten zu Toren und hinten bekam Aurich zu wenig Zugriff auf die Rückraum-Shooter Savvas Savvas und Tom Jansen. Aurich machte mit der eigenen Leistung und starken Minuten zwar auch in Hälfte eins Eindruck, doch die Gäste waren abgezockter, übernahmen die Führung wieder und bauten diese bis zur Pause über 11:8 (19.) und 13:8 (21.) auf 17:13 aus.
Dass die Großwallstädter bis zur Schlusssirene maximal mit fünf Toren vorne lagen, war zu großen Teilen der starken Leistung von Frederick Lüpke zu verdanken, der in der zweiten Halbzeit beim OHV im Tor stand. In der 40. Minute arbeitete sich Aurich sogar auf 20:21 heran. Was in dieser Phase auf den Rängen passierte, beschrieb Coach Blacha hinterher so: „Wir haben heute mit Applaus und Begeisterung gespielt. Meine Mannschaft hat sich nie aufgegeben und viel Moral gezeigt.“
Zum Anbruch der letzten zehn Minuten lagen die Gastgeber wieder mit 24:27 zurück. Ein verworfener Siebenmeter von Evgeny Vorontsov und ein Wurf über das Tor von Kevin Wendlandt schmerzten den OHV sehr, denn auch der TVG machte Fehler. So parierte Lüpke einen Strafwurf gegen Savvas Savvas, der das Spiel fast noch einmal hätte zum Kippen bringen können. Dafür hätte Aurich in den letzten Minuten aber den oder anderen Wurf mehr treffen müssen.
