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Basketball Christian Kammen ist ein Großer unterm Korb

Cleverns - „Endlich ein langer Mann unter dem Korb“ denken sich derzeit die Landesliga-Basketballer der SG Cleverns-Sandel angesichts ihres neuen Mitspielers. Mit 2,07 Metern preist Abteilungsleiter Daniel Schönbohm seinen Neuen an. „Vielleicht hat er ein oder zwei Zentimeter drauf geschummelt“, sagt Christian Kammen lachend, aber groß sei er schon. Er muss es wissen, schließlich geht es um ihn.

Mit 36 Jahren ist er nicht der jüngste, aber auch nicht der älteste Spieler in den Clevernser Reihen, und er bringt eine Menge Erfahrung mit. In Husum, seiner bis dahin letzten sportlichen Station, hat er die Oberliga-Mannschaft des TSV unterstützt, zuvor hatte er in Kiel sogar die Möglichkeit, in der Regionalliga anzutreten. „Da waren mir die Fahrtwege dann doch zu lang“, begründet er seine damalige Entscheidung dagegen.

Ab Sommer in Upjever

Gesehen hat er trotzdem einiges in seiner Karriere, denn der Soldat ist bereits bei Weltmeisterschaften angetreten – mit der militärischen Auswahlmannschaft. Das war 2015 in Korea. Aus dienstlichen Gründen war eine Teilnahme 2019 in Wuhan/China nicht möglich, aber ganz aus dem Kopf verschwunden ist die Rückkehr in die Militärmannschaft noch nicht – auch, wenn das nicht unbedingt einfach ist. „Da sind Vollprofis dabei“, erklärt er. Vor großen Turnieren gibt es Sichtungstrainings, für die Zeit der Wettkämpfe müssen die Soldaten von ihren Vorgesetzten freigestellt werden. Nächstes Jahr soll in China das nächste große Turnier stattfinden, ob mit Christian Kammen oder ohne wird sich zeigen. Er tritt im Sommer seinen Dienst in Upjever an, dort muss er erst einmal sehen, wie die Führung zu derartigen Ambitionen steht. „Ein großes Turnier würde ich aber schon gern noch spielen“, gibt er zu.

Mit 36 Jahren weiß er, dass ihm keine Ewigkeiten auf hohem Niveau mehr bevorstehen. Eine schwere Knöchelverletzung vor vier Jahren hat ihn schon einmal zu einer langen Pause gezwungen, in einem Oberligaspiel in Husum brach er sich das Sprunggelenk und riss sich zwei Bänder im gleichen Knöchel. „Nach einem halben Jahr Reha war es in dem Alter schon schwierig, wieder vom Sofa hochzukommen“, sagt er, muss dabei aber doch lachen.

Einfach mal Google fragen

Denn Basketball ist nach wie vor seine Leidenschaft. Beruflich war er in den vergangenen Jahren viel eingebunden und hat gar nicht gespielt, mit dem Umzug ins Weser-Ems-Gebiet kam aber doch das Interesse am Sport wieder mehr auf. „Ich habe einfach Google gefragt“, sagt Christian Kammen, der mit seiner Frau, den zwei Kindern und dem Familienhund in Friedeburg heimisch geworden ist. Lange musste er nicht suchen. Fahrtweg und Profil der SG Cleverns-Sandel passten einfach. Nach den ersten Corona-konformen Einheiten zu zweit und mit Abstand unter einem Korb war auch schnell klar, dass die Chemie stimmt. Auch das Niveau der Mannschaft gefällt ihm. „Die Jungs sind individuell schon recht stark“, lobt er. Sein persönliches Ziel, das gut zur Meinung der Mannschaft passt, ist es, in die Oberliga aufzusteigen. „Das wird auch machbar sein. Das ist realistisch“, sagt der 36-Jährige.

Zunächst einmal war er nach so langer Pause doch über seine Leistung erstaunt, schließlich wollte er langsam wieder reinkommen. Das wenn auch eingeschränkte Training tut aber gut. Dennoch weiß er auch um die Arbeit, die noch auf ihn zukommt, um voll funktionierender Teil der Mannschaft zu werden: „Für mich ist es schwierig, in die Abläufe reinzukommen. Ich kann wohl meinen Schuss finden, aber wichtig ist, dass ich die Stärken und Schwächen zu sehen bekomme, um die Lücken zu finden, in die ich springen kann.“

Kathrin Kraft
Kathrin Kraft Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung
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