Esens - In der vergangenen Saison haben die Bezirksliga-Fußballer des TuS Esens einen beeindruckende Vorstellung abgeliefert. Mit sechs Punkten Vorsprung führten sie ihre Staffel an und waren auf Aufstiegskurs. Auch im Ostfriesland-Cup lief für die Mannschaft von Trainer Ralf Backhaus fast alles nach Plan. Durch Siege über den TuS Weene, SV Großefehn und den SV Frisia Loga zog der TuS ins Finale ein. Dort mussten sich die Bärenstädter zwar dem Landesligisten Grün-Weiß Firrel geschlagen geben, doch die Spielweise hinterließ sowohl bei den Zuschauern als auch bei den Gegnern bleibenden Eindruck.
Heute beginnt für die Esenser die nächste Auflage des mit insgesamt 21 800 Euro dotierten Fußballturniers. Um 20 Uhr steht das Achtelfinale beim TV Bunde an. Das Duell bot den Zuschauern in den vergangenen Jahren immer guten und unterhaltsamen Fußball. Gerade in Bunde wussten die Esenser zu überzeugen. Doch vor dem heutigen Aufeinandertreffen tritt Trainer Ralf Backhaus auf die Euphoriebremse. Die lange Zwangspause hat seinem Team nicht besonders gut getan. Abläufe und Spielzüge, die zuvor wie automatisch funktionierten, passen nun nicht mehr zusammen. „Irgendwie fehlt der Drive“, sucht Backhaus nach einer Erklärung. Gerade die Spieleröffnung gefällt dem Coach noch gar nicht.
Die Gründe hierfür sind sicherlich vielfältig. Zum einen muss sich die Mannschaft – wie alle anderen auch – nach der Pause erst einmal finden. Doch durch einige Verletzungen und Spieler, die im Urlaub waren, wurde dieses Vorhaben immer wieder ausgebremst. Zwischenzeitlich war die Personaldecke so dünn, dass Backhaus selbst die Stollenschuhe schnüren musste. Zum anderen tun sich einige Spieler schwer, nach der erfolgreichen Vorsaison den Schalter wieder umzulegen. Unterbewusst glauben sie vielleicht, dass das alles von alleine so weitergeht, mutmaßt der Trainer.
Auch im Testspiel beim VfB Germania Wiesmoor am Freitag taten sich die Esenser schwer. Zwar zeigte sich, dass der TuS ein individuell stark besetztes Team hat, aber es fehlt die Sicherheit im Zusammenspiel. Dass Esens jederzeit gefährlich werden kann, machte die Aktion deutlich, die Niklas Sukowski in der 23. Minute zum 1:0 abschloss. Dass der TuS aber genauso anfällig ist, wenn die Abstimmung nicht passt, zeigte das 1:1 durch Henning Corell eine Viertelstunde später. Sein Tor markierte zeitgleich den Endstand.
Trotz aller Probleme fehlt dem TuS nur ein kleiner Schritt, um an die gewohnte Sicherheit anknüpfen zu können. Vielleicht platzt der Knoten ja schon heute, wenn es beim Ligarivalen TV Bunde um den Einzug ins Viertelfinale und eine Prämie von 500 Euro geht.
