Friesland - „Wir haben einen Luftsprung gemacht“, stellt Reinhard Milter, Vorsitzender des TuS Glarum, mit Blick auf die neuen sportlichen Möglichkeiten in Friesland vom kommenden Montag an fest. Wie berichtet werden die Sportstätten im Landkreis – unter Auflagen wieder geöffnet. Pro Teilnehmer wird eine Fläche von 20 Quadratmetern empfohlen. Pro Hallendrittel einer Großraumsporthalle empfiehlt der KSB eine maximale Anzahl von zehn Personen.

Bei den Glarumern sieht Milter für die Aktivitäten in der Halle der Grundschule – auch mit dem aktuellen Blick aus dem Fenster – einen kräftigen Sonnenstrahl nach langer sportlicher Tunneltour. „Zehn Kinder in der Halle – jeweils zwei an unterschiedlichen Geräten. Das ist aus Turnersicht doch schon mal ein Anfang.“

Fest steht: die Glarumer wollen gleich am Montag mit ihren Angeboten im Rahmen des bestehenden Belegungsplans für die Halle starten. Klar ist auch, dass es kein klassisches Training geben wird. Milter: „Im Turnen zum Beispiel fallen Hilfestellungen weg. Aber es wird auf jeden Fall – gerade mit Blick auf das Training mit Kindern – immer ein Übungsleiter in der Halle sein. Letztlich ist das der Zustand, den wir im Juni 2020 schon einmal hatten. Alle kennen deshalb die Regeln. Für den Sport ist das auf jeden Fall ein Hoffnungsschimmer.“

Den sieht auch der Heidmühler FC, obwohl Stephanie Fuhlhage von der Geschäftsstelle des Vereins zwischenzeitlich mit der Kollegin in „Schockstarre“ zu verfallen drohte. Fuhlhage: „Es gab kurzfristig das Gerücht, das wirklich nur zwei Personen in die Halle dürfen. Dann hätte sich der Aufwand nicht gelohnt.“

So aber sind mittlerweile alle Übungsleiter über die neuen Möglichkeiten unterrichtet worden. Weil der Verein aber diverse Hallen mit unterschiedlichen Kapazitäten nutzt (Jungfernbusch, Oestringfelde, Grundschule Heidmühle, Plaggestraße), sind auch die maximal möglichen Gruppengrößen sehr unterschiedlich. Unabhängig davon bleiben aber, so Fuhlhage, einzelne Angebote wie Zumba oder Orientalischer Tanz bis Ostern bei Online-Angeboten.

Andere allerdings stehen schon in den Startlöchern: Männerfreizeit, Funktionstraining, Nordic Walking oder Bewegungsgruppen werden wieder loslegen; mit einer Sondergenehmigung ist die Billard-Abteilung schon länger wieder aktiv. Einzig der direkte Blick auf die Anlage am Klosterpark zeigt Leere. „Von den Fußballern habe ich noch nichts gehört.“

Wohl deshalb, weil die Sportstätten-Öffnung für den Mannschaftssport nur einen geringen Fortschritt bedeutet. „Wir überlegen aber, zumindest ein Torwarttraining anzubieten, bei dem die Keeper in einem entsprechenden zeitlichen Abstand nacheinander trainieren können. Reiner Schumacher möchte hier etwas ausarbeiten“, erklärt Andreas Jakumeit, stellvertretender Vorsitzender der HG Jever/Schortens.

Ein wenig weiter ist da schon die Tischtennis-Abteilung des MTV Jever. In der vergangenen Woche arbeitete Abteilungsleiter Thorsten Hinrichs an einem Plan, wie die Sporthalle des Mariengymnasiums wieder genutzt werden kann. Zugrunde legte er das Hygienekonzept, das noch bis zum 31. Oktober 2020 galt. Eine aktualisierte Version legte er der Corona-Beauftragte des MTV Jever, Dr. Anja Behnke, vor. Von dort aus ging das Konzept zum Gesundheitsamt zur Kenntnisnahme. Hinrichs hofft, dass er ab dem 1. März in Absprache mit der Schule vier Tischtennistische für das Training bereitstellen kann. In der halle selbst soll es dann ein Einbahnstraßensystem zu und von den Tischen weg geben.

Beim TuS Sande müssen sich die Mitglieder noch etwas gedulden. Hier wird, so Insa Oltmanns, der geschäftsführende Vorstand erst am Dienstag beraten, was umgesetzt werden kann. Oltmanns: „Das Ziel ist aber klar: Wir wollen für unsere Mitglieder etwas möglich machen.“