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Mitgliederzahlen von Sportvereinen Von Trendwende ist in Friesland noch nicht die Rede

Friesland - Von einer Kehrtwende zu sprechen, ist sicherlich noch verfrüht. Aber immerhin deutet vieles auf eine kleine Erholung hin. Die Mitgliederzahlen im Kreissportbund steigen wieder. Der dramatische Einbruch vor zwei Jahren, bedingt durch die Corona-Pandemie, hat sich im vergangenen Jahr nicht weiter fortgesetzt. Stattdessen treiben wieder mehr Menschen in Friesland Sport in den Vereinen. Der Zuwachs beträgt 213 Mitglieder, was einen Anstieg von 0,59 Prozent ausmacht. Damit verzeichnet der Kreissportbund Friesland (KSB) mit Stichtag 1. Januar 2022 exakt 36148 Mitglieder in den angeschlossenen Vereinen.

Welche Sportarten gewinnen, welche verlieren?

Es gibt zwei Sportarten, die im vergangenen Jahr einen deutlichen Zuwachs an Mitgliedern verzeichnet haben. Fußball und Segeln. 346 neue Kicker haben sich in Friesland den Clubs angeschlossen. Damit sind nun 6413 Fußballer in Friesland gemeldet. Damit hat die Sportart das Niveau von 2019 – vor Beginn der Pandemie – fast wieder erreicht. Der Segelsport indes erreicht ein Zehn-Jahres-Hoch. 2188 Wassersportbegeisterte sind aktiv, 195 mehr als im vergangenen Jahr. Verlierer, und damit setzt sich der Trend ungehindert fort, sind die Friesensportler, die noch einmal mehr als fünf Prozent Mitgliederschwund zu verzeichnen haben. Aber auch der Pferdesport und der große Bereich Turnen müssen einen Aderlass hinnehmen.

Welche Kommunen stehen gut da?

Auf kommunaler Ebene haben Bockhorn, Varel, das Wangerland und Wangerooge klare Zuwächse zu verzeichnen. Am stärksten fällt dieser im Wangerland aus. Das scheint nur logisch, wenn berücksichtigt wird, dass hier auch die meisten Segelclubs angesiedelt sind. Verloren, wenn auch nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich, haben hingegen Jever, Sande, Schortens und Zetel.

Welche Mehrspartenvereine profitieren?

Hier gilt es zu differenzieren. Denn Einspartenvereine wie der FSV Jever und Mehrspartenvereine wie der MTV Jever oder der Heidmühler FC sind nicht vergleichbar, es sei denn, es wird ein Blick auf einzelne Sparten geworfen. Auch der MTV Jever sticht mit seinem großen Gesundheits- und Fitnessbereich heraus. Ein ganz großer Gewinner ist indes der TuS Dangastermoor, der 2021 seine Mitgliederzahlen von 666 auf 812 steigerte. Auch der Heidmühler FC (+58) mit jetzt 1713 Mitgliedern und der MTV Hohenkirchen (+28) mit 643 Mitgliedern sind oben dabei.

Und bei wem brechen die Zahlen ein?

Beim MTV Jever – 168 Mitglieder haben dem Verein den Rücken gekehrt. Wird der Gesundheits- und Fitnesssektor herausgerechnet, würde das Bild weit weniger dramatisch erscheinen. So aber stehen 168 Kündigungen auf der Liste. Auch der TuS Glarum (-57) bei jetzt 656 Mitgliedern sowie der TuS Obenstrohe bei jetzt 1395 Mitgliedern zählen zu den Verlierern des Jahres 2021.

Und was ist sonst noch passiert?

Drei Vereine haben sich im vergangenen Jahr abgemeldet, zwei weitere wurden nun zwangsweise ausgeschlossen. Das geschah, weil die Clubs der Pflicht, ihre Mitgliederzahlen zu melden, gemäß Richtlinien des Landessportbundes (LSB), nicht nachgekommen sind. Ein Ausschluss oder eine Kündigung im LSB bewirken gleichzeitig die Beendigung der Mitgliedschaft in den Landesfachverbänden. Der Verein kann also an keinem Spielbetrieb mehr teilnehmen. Außerdem entfallen auch der Versicherungsschutz der Sporthilfe Niedersachsen, die GEMA-Zusatzvereinbarung, sowie die Mitgliedschaft im Rahmenvertrag der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft. „Wir hatten im Jahr 2019 bereits einmal einen Verein, der zwangsausgeschlossen wurde. Dieser Verein hatte seinerzeit nicht bedacht, dass er Sportstättenfördermittel, die er vorher wegen Umbaumaßnahmen in Anspruch genommen hatte, aufgrund seines Austritts beziehungsweise Zwangssauschlusses zurückzahlen muss“ erklärt Anke van Rijn, Geschäftsführerin des KSB Friesland.

Thomas Van Lengen
Thomas Van Lengen Redaktionsleitung Sport, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung
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