Friesland/Wilhelmshaven - Das neue Jahr hat noch gar nicht begonnen, da flattert dem Kreisreiterverband (KRV) Friesland-Wilhelmshaven schon die erste Absage für 2022 ins Haus. „Leider muss der PSV Bockhorn den Turniertermin wieder canceln“, heißt es da in einer Pressemitteilung. „Laut der Reitanlageneigentümerin und zweiten Vorsitzenden des PSV Bockhorn, Sabine Carstens, hat die wieder einmal unsichere Lage den Verein zu diesem Entschluss bewogen, da bereits jetzt mit den Vorbereitungen, Einladungen etc. angefangen werden müsste.“ Der Verein plant stattdessen, im Spätsommer/Herbst 2022 einen kleinen Reitertag zu veranstalten, sofern es die Corona-Lage zulässt. Man bedaure die Entscheidung und bitte um Verständnis.
Andrea Remmers, Vorsitzende des KRV Friesland-Wilhelmshaven, hat Verständnis für die Sorgen der Vereine. „Ich selbst würde ja erstmal immer abwarten“, gibt sie zu, „aber die Vorbereitungen für ein Turnier im Mai fangen jetzt an. Das sind alles Ehrenamtliche und nachher wird diese Arbeit in den Sand gesetzt. Das Risiko ist vielen zu groß.“
2020 hat es gerade mal drei Turniere in Friesland und Wilhelmshaven gegeben, nämlich beim RuF Hooksiel, in Jever auf dem Reiterhof Rickels und beim RuF Knyphausen. Für das kommende Jahr stehen – natürlich unter Vorbehalt – der RV Bockhorn, der RuF Knyphausen, der RC Friesische Wehde, der RuF Wilhelmshaven und der RuF Hooksiel im Turnierkalender. Ob alles so kommt, wie es geplant ist, steht in den Sternen.
Auf der letzten KRV-Vorstandssitzung haben Andrea Remmers und ihre Mitstreiter für Kreisjugendentscheide und Reiten in fremden Hallen geplant. „Das war vor der Phase jetzt“, beteuert die Vorsitzende. Dass ein Reiten in fremden Hallen stattfinden kann, ist eher unwahrscheinlich. „Wenn ich jetzt jemanden frage, ob wir das im Februar oder März in seiner Halle machen können, sagt der Nein“, weiß sie.
„Aber wir haben das Thema nicht ad acta gelegt, sondern eher nach hinten geschoben.“ Sie setzt auf die Mithilfe der Hallenbetreiber, die zwar auf Sicherheit bedacht sind, aber im Rahmen des Machbaren auch viel möglich machen wollen. „Es geht immerhin um unsere Gesundheit“, sagt sie.
Das Jahr 2021 hat gezeigt, dass Reiter auch durchaus ein Stückchen Fahrt in Kauf nehmen, um auf Turnieren starten zu können. Im Gegensatz zu Friesland/Wilhelmshaven hat im Südoldenburger Raum einiges an Veranstaltungen stattgefunden. Einen rückläufigen Trend in Sachen Turnierausrichtung haben die Friesländer und Wilhelmshavener aber auch vor Corona schon erlebt.
Ob dieser Trend anhält und einige Vereine nach der Zwangspause auch weiter auf Turniere verzichten werden, sei schwer zu sagen, meint Andrea Remmers. „Manchmal denkt man sicherlich ,Es geht auch ohne‘. Das merke ich bei mir selbst auch. Unsere Sitzungen vom Stadtrat machen wir jetzt auch wieder online – das ist schon ganz bequem. Auch wenn ich den Leuten eigentlich lieber gegenüber sitze.“ Ob es aber wirklich so kommen wird, vermag niemand zu sagen. Das wird die Zeit zeigen.
