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Coronakrise Boßelspielbetrieb ruht – Das bedeuten die Auflagen für den Sport

Kathrin Kraft
Kathrin Kraft Dennis Maslo

Friesland/Wittmund - Leere Sportplätze, leere Sporthallen, leere Fitnessstudios – seit Mittwochabend ist klar: Ein neuer Lockdown soll die Verbreitung der Corona-Pandemie eindämmen. Doch wieder sorgen die Regeln für Unmut in vielen Teilen der Bevölkerung. Auch die Sportler der Region sind hiervon nicht ausgenommen. Während des gesamten Novembers ist der Freizeit- und Amateursport im gesamten Land untersagt.

Handball

Noch bevor die Beschränkungen verkündet wurden, gab der Handball-Verband Niedersachsen am Mittwochmorgen bekannt, dass der Spielbetrieb in den Ober-, Verbands- und Landesligen sowie der Landesklasse bis Ende des Jahres auf Eis liegt. Kurz darauf zog die Handballregion Ems-Jade nach und stellte den Spielbetrieb ebenfalls mit sofortiger Wirkung ein – allerdings soll die Pause hier erst einmal bis Ende November dauern.

Fußball

Am Mittwochabend zog auch der Niedersächsische Fußballverband (NFV) nach und verkündete offiziell, dass der Spielbetrieb ab dem kommenden Montag in allen Bereichen eingestellt wird. „In den Gebieten Niedersachsens, wo die Corona-Situation eine Austragung der Partien zulässt, darf am kommenden Wochenende noch gespielt werden. Zweitens wird der Spielbetrieb solange ausgesetzt, solange die Verfügungslage andauert“, sagte NFV-Präsident Günter Distelrath.

Fußballspiele in Ostfriesland und dem Jeverland werden am kommenden Wochenende allerdings nicht mehr stattfinden. Der NFV-Kreis Jade-Weser-Hunte fasste den Entschluss, den gesamten Spielbetrieb vom 29. Oktober bis zum 30. November einzustellen. Diese Regelung gilt auch für den Bezirk Weser-Ems und alle übrigen Fußballkreise, die dem Bezirk angehören. Doch nach der Corona-Unterbrechung steht schon die Winterpause an. „Punktspiele wird es wohl frühestens im Februar wieder geben“, sagt Ralf Backhaus, Trainer des TuS Esens. Auch das Training seiner Bezirksliga-Mannschaft muss aufgrund der neuen Einschränkungen im November komplett ausfallen. „Es ist ziemlich ärgerlich, dass es so gekommen ist“, fasst er die Gesamtsituation zusammen.

Tischtennis

Am Donnerstagmittag verkündete der Tischtennis-Verband Niedersachsen (TTVN) nach einer Sitzung des Entscheidungsgremiums, dass der Spielbetrieb von Freitag an bis zum 31. Dezember ausgesetzt wird. „Auch in unseren Vereinen haben wir in den letzten Tagen zunehmend große Unsicherheiten verspürt“, begründet TTVN-Präsident Heinz Böhne die Unterbrechung auch über die Entscheidung der Bundesebene hinaus.

Eishockey

Eigentlich wollte der ECW Sande am 13. November mit einem Auswärtsspiel beim Hamburger SV in seine Regionalliga-Saison starten. Doch die Pläne liegen jetzt auf Eis. „Das wirft alle Planungen durcheinander“, sagt der Sportliche Leiter Nick Hurbanek. Nun ist völlig unklar, wie die Saison ablaufen soll. Laut Hurbanek ist im Gespräch, statt der üblichen Doppelrunde nur noch ein Hin- und Rückspiel zu absolvieren. Doch spruchreif sei noch gar nichts.

Boßeln

Auch die Boßler werden den November über pausieren müssen, bis Donnerstagnachmittag hatten sie allerdings gehofft, zumindest an diesem Wochenende noch zu ihren Wettkämpfen antreten dürfen. Die Vorsitzenden der beiden Landesverbände, Helmut Riesner (KLV Oldenburg) und Erwin Niehuisen (LKV Ostfriesland), einigten sich aber aufgrund der hohen Inzidenzwerte beispielsweise in Aurich und im Ammerland auf eine sofortige Absage. Der Entscheidung waren einige Überlegungen vorausgegangen. „Nun, das muss jeder Verein für sich selbst entscheiden. Wir vom FKV können ihnen das nicht vorschreiben“, hatte der FKV-Vorsitzende Jan-Dirk Vogts im Vorfeld gesagt. Niehuisen und Riesner machten dann aber Nägel mit Köpfen und beschlossen die generelle Absage. Dieser Beschluss soll dafür sorgen, dass der Verband nicht in die öffentliche Kritik gerät.

„Die neuen Regelungen treten am Montag in Kraft. Also kann doch bis Sonntag im Rahmen der bestehenden Bestimmungen agiert werden. So machen es die Gastronomiebetriebe, Fitness-, Wellness- und Saunastudios ja auch. Wir sind im Freien unterwegs und betreiben einen kontaktlosen Sport. Bei allem Respekt vor den sicherlich notwendigen kommenden Maßnahmen – hier hätte ich mir vom Verband mehr Augenmaß gewünscht“, sagte Frido Walter, Kapitän der Männer-II-Boßler aus Pfalzdorf.

Fitness/Rehasport

Den erneuten harten Einschnitt erleben auch die Fitnessstudios. Das Top-Fit des MTV Jever öffnet trotz des Feiertags auch am Samstag von 14 bis 18 Uhr und verlängert die Sonntagszeit um zwei Stunden (10-16 Uhr), ehe die Tore ab Montag dann geschlossen bleiben.

Olaf Brauer, Inhaber der Fitness-World in Schortens, möchte seinen Rehasport gern weiter anbieten können. „Es gibt Leute, die sind darauf angewiesen“, erklärt er. „Das zu organisieren, wäre das geringste Problem.“ Fest vereinbarte Termine der kommenden Woche sollen auf das Wochenende vorgezogen werden. „Alles weitere wird geprüft, da müssen wir abwarten.“

Bei Sauna Salz dürfen T-Renakunden und Patienten mit Verordnung für Krankengymnastik am Gerät weiterhin trainieren. Die Selbstzahler fallen unter Einstellung der Beitragszahlungen allerdings weg. „Wir haben ein gut funktionierendes Konzept. Es ist nicht zu verstehen, warum wir schließen müssen“, sagt Inhaber Uwe Salz.

Tennis

Eine offizielle Entscheidung vom Verband, ob gespielt werden darf oder nicht, soll Freitag bekannt gegeben werden. Enno Hedlefs, Vorsitzender des TC Esens, geht allerdings davon aus, dass auch die Austragung von Tennisspielen untersagt wird. Er hat für Freitagabend eine Vorstandssitzung anberaumt.

Squash

Der Squashverband Niedersachsen hat schon am Dienstag die Reißleine gezogen und verkündet: „Wir haben uns entschlossen die Spieltage im November und Dezember (Spieltage 2 bis 4) zu verschieben und planen den Start dann am 17. Januar mit dem 5. Spieltag – sofern es die Situation zulässt.“

Basketball

Der Vorstand des Niedersächsischen Basketballverbands (NBV) hat sich dazu entschlossen, den Spielbetrieb in allen Ligen ab sofort und bis auf Weiteres einzustellen. Sobald sich die Vorgaben der Regierung ändern sollten, wird die Situation neu bewertet. Für die Basketball-Mannschaft der SG Cleverns-Sandel bedeutet das: Jeder hält sich individuell fit.

Kathrin Kraft
Kathrin Kraft Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung
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