Heidmühle/Wilhelmshaven - Ein Spiel auf Augenhöhe hatten beide Trainer erwartet, am Ende wurde es eine ganz klare Kiste für den SV Wilhelmshaven. Im Bezirkspokal setzte sich der Landesliga-Aufsteiger gegen den Heidmühler FC, seinem ärgsten Konkurrenten aus der Vorsaison, am Samstagabend klar mit 5:0 (3:0) durch. In dieser Form dürfte mit dem Team von Trainer Lars Klümper auch in der neuen Spielklasse zu rechnen sein. Allerdings hatte der Gastgeber am Samstag mit einem gewaltigen Handicap zu kämpfen.
Die Mannschaften
Der Heidmühler FC musste auf gleich elf Spieler verzichten, darunter Leistungsträger, wie Dardan Jashari, Keno Siebert oder der Langzeitverletzte Tim Rockmann (Kreuzbandriss). Infolgedessen musste Trainer Daniel Oleksyn gewaltig umstellen, sodass kaum ein Spieler auf seiner angestammten Position auflaufen konnte. Aber auch Lars Klümper hatte nicht alle Kicker dabei. So hütete Marco Maaß, der bis auf einen Schuss weitgehend beschäftigungslos blieb, statt Germain Boeke das Tor. Zudem standen Alexander Koscheck, Robert Ilyes, Can-Dennis Blümel, Christopher Buske und Jannis Baarts nicht im Kader.
Die Tore
Alle fünf Treffer des SV Wilhelmshaven waren zwingend, gut herausgespielt und resultierten weder aus glücklichen Umständen noch etwa dem Zufall. Tatsächlich hätten die Heidmühler sich nicht beschweren dürfen, wenn die Jadestädter ihnen noch zwei oder drei Tore mehr eingeschenkt hätten. Zum Zunge schnalzen war sicherlich gleich der erste Treffer der Partie, als Francis Abula Agombire einen nach einem Eckstoß zu kurz über die Mitte abgewehrten Ball aus 20 Metern direkt abnahm und flach ins linke untere Eck drosch. Auch Doppeltorschütze Sascha Abraham (45./72) gefiel, als er nach einem sehenswerten Konter über die Mittellinie kompromisslos kurz vor der Pause abschloss. Kemaluddin Gruda (19.) und Tobias Heuer – schick per Kopfball am langen Pfosten – erzielten die weiteren Treffer für die Wilhelmshavener.
Spieler der Partie
Sascha Abraham gehörte sicherlich zu den auffälligsten Spielern auf dem Feld. Der 32-Jährige ist aktuell in bestechender Form. Zwei Treffer, dazu zahlreiche gefährliche Pässe, gutes Zweikampfverhalten und noch vorbildliche Arbeit im Mittelfeld – keine Frage, der Mittelstürmer verdiente sich gute Noten. Aber auch Ferras Ibrahim Allamushi zeigte im Mittelfeld eine gute Leistung. Er legte einige Kilometer an Strecke zurück, präsentierte sich griffig und zweikampfstark. „Und Fußballspielen kann er auch noch“, erklärte Trainer Lars Klümper grinsend.
Aufseiten der Heidmühler überzeugte vor allem einer, für den es eigentlich knüppelhart gekommen war. Trat er in der vergangenen Saison noch für die A-Jugend des HFC an, so musste Keeper Leon Kronsbein, in seinem ersten Herrenpflichtspiel überhaupt, gleich fünfmal den Ball aus dem Netz angeln – kein schöner Einstand. Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass der Torwart ansonsten eine sehr solide Leistung zeigte und auch einige brenzlige Situationen entschärfte.
