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Serie „Mein Verein kann mehr“ Außergewöhnliches hat beim TuS Holtriem Tradition

Christoph Sahler

Holtriem - Zum einen dürfen sich die Ostfriesen Vorreiter im Frauenfußball nennen, denn die Damen kicken beim TuS schon so lange, wie es den Frauenfußball in Deutschland überhaupt gibt: seit 50 Jahren. Der Erfolg von einer über Jahrzehnte gewachsenen Frauensparte, ist am Sportangebot zu erkennen. Als Spielgemeinschaft Holtriem/Dunum stellt der Verein eine erste Damenmannschaft in der Bezirksliga und sogar eine zweite Mannschaft existiert mittlerweile.

Der dazugehörige Unterbau im Jugendbereich ist auf Augenhöhe mit den Männern: Für Mädchen und junge Frauen gibt es Fußballteams von der G- bis zur A-Jugend. „Beim Frauenfußball waren wir mit die ersten“, weiß auch Werner Dorau, der seit 2017 Vorsitzender des TuS Holtriem ist.

Der ehemalige Direktor der Herbert-Jander-Hauptschule in Esens ist seit 40 Jahren im Verein und scheint froh zu sein, dass er sich, nachdem er 2016 in Ruhestand gegangen war, dazu hat überreden lassen, beim TuS den Vorsitz zu übernehmen. „Da hat man eigentlich jeden Tag irgendeine Aufgabe“, sagt er.

Neben tagesaktuellen Erledigungen, hat Dorau aber auch immer die Planungen für die Zukunft im Blick: „Momentan bauen wir eine neue C-Jugendmannschaft bei den Mädchen auf. Gleiches gilt für unsere Rollstuhlbasketballer. Die finden sich gerade wieder neu zusammen und wollten wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Doch dann kam Corona.“

Erwachsene und Kinder mit Behinderung

Der Rollstuhlbasketball hat in Holtriem mittlerweile schon eine ähnliche Tradition wie der Frauenfußball. Seit 30 Jahren können Menschen mit Behinderung so in Bewegung bleiben. „Damals hatte einer unserer Fußballer einen schweren Unfall und war anschießend querschnittsgelähmt. Er hat dann die Rollstuhlbasketballer ins Leben gerufen“, erzählt Dorau.

Inzwischen gibt es sogar eine Gruppe für Kinder. Die Teilnehmerzahlen schwanken ständig, doch das Interesse ist nach wie vor da. „Wir haben bei den Erwachsenen auch zwei Leute aus dem Nordener Bereich, die extra zu uns fahren“, berichtet Dorau weiter, „und bei den Kindern kommen gerne mal Geschwister mit und spielen dann auch.“ Da die Kinder, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, zur Corona-Risikogruppe gehören, ist aktuell an Training aber nicht zu denken.

Anders als bei anderen Sportarten, kann man beim Rollstuhlbasketball aber nicht einfach einen Ball kaufen und loslegen. „Die Halle musste erst einmal barrierefrei gemacht werden. Hierbei hat uns die Samtgemeinde damals sehr unterstützt“, erinnert sich Dorau, „und Sportrollstühle mussten angeschafft werden. Da kostet einer auch mal gerne zwischen 5000 und 6000 Euro.“

Sportangebote für Alt und Jung

Alt und Jung werden beim TuS aber auch mit einem vielfältigen Angebot auf Trab gehalten. „Die Kinder sind begeistert vom Kampfsport“, sagt Dorau, „hier lernen sie ein gehöriges Maß an Disziplin und haben viel Spaß dabei.“ Der TuS bietet Judo, Kickboxen und Taekwon-Do an.

Gemeinsam mit dem SV Blomberg-Neuschoo besteht seit 1969 außerdem die Tischtennis-Spielgemeinschaft TTG Nord Holtriem, in der die Spieler von klein auf bis in den Seniorenbereich an der Platte stehen können. Die Generationen verbindet auch der Lauftreff. Hier gibt es eine Gruppe für Erwachsene und eine für Kinder und Jugendliche.

Wer schon etwas älter ist, oder aufgrund von Krankheiten Sport verschrieben bekommen hat, der ist bei Alfred Doden richtig aufgehoben. In seinen Gruppen geht es um das Thema Rehabilitation und Prävention. Werner Dorau blickt aber auch im Breitensport schon in die Zukunft und hat Ideen für neue Angebote: „Zumba würden wir gerne anbieten und den eSport aufbauen. Wir müssen mit dem Trend gehen.“

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