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Regatta Horumersieler wollen zum Fastnet-Rock

Horumsersiel - Fastnet-Race! Name – Legende - Mythos. „Die Regatta hat schon gewaltigen Klang und ohne eine gute Crew hätte ich ein solches Vorhaben nicht angepackt.“ Das sagt der Skipper der „Truwen“ aus Horumersiel, Dr. Jens-Werner Hinrichs. Inzwischen sind zaghafte Überlegungen in konkrete Planungen eingeflossen. Die Anmeldung wurde vom Royal Ocean Yacht Club (RORC) in Cowes (UK) zugelassen. Die Expedition beginnt in den nächsten Wochen. Zum ersten Mal nimmt eine Hochseejacht aus dem Jaderevier an der Traditionsregatta teil, deren Namen besonders nach dem Drama im Jahre 1979 auch unter gestandenen Hochsee-Segler mit gehörigem Respekt ausgesprochen wird. Damals ertranken 19 Segler. Fast zwei Drittel der 303 Teilnehmer brachen die Wettfahrt ab.

Die 49. Auflage der international besetzten Dickschiff-Regatta startet am 8. August vor dem britischen Seglermekka Cowes auf der Isle of Wight. 1925 war sie erstmals gesegelt worden, von neun Booten aus England. Dieses Jahre sind 533 Jachten gemeldet, von modernsten Rennjachten und Trimaranen, die pfeilschnell durch das Wasser gleiten, bis hin zur Serienbooten wie die betagte Swan 38 von Jens-Werner Hinrichs von der Segelkameradschaft Horumersiel (SKHS). Der hat schon so manche Meile auf Langfahrten geloggt. Das Edinburgh-Rennen im Rahmen der Nordseewoche ist er fünfmal gesegelt, davon zweimal als Skipper. Skagen Rund, die zweite populäre deutsche Langstrecke, bewältigte der Jeveraner achtmal, davon dreimal als Skipper der „Truwen“, die schon sein Vater erfolgreich zu Regattasilber geführt hat.

Intensive Vorbereitung

Zur Mannschaft zählen drei Mitglieder der SKHS: Bernhard Ihnken, Yannik Harms und Tanno Kruse. Allesamt erfahrene Hochseesegler. Dazu stoßen noch Jan Bruns vom SV Harlebucht und Lutz Aschenbach. Die Crew hat sich auf den vorgeschriebenen Lehrgängen für „Surrival at Sea“ besonders intensiv vorbereitet. „Das Ganze ist zunächst einmal logistisch sehr kniffelig“, berichtet der Skipper. Das Boot müsse entsprechend der Kategorie 2 für Langstreckenregatten (Fahrten über freie See) ausgerüstet sein. Es soll rechtzeitig in Cherbourg (Frankreich) eintreffen, wo die Regattamannschaft an Bord kommt. Dort besteht letzte Möglichkeit, Verpflegung an Bord zu nehmen für einen Törn, der gut sieben Tagen dauern kann. „Der Plan ist dann, über den Ärmelkanal zu segeln, um im Solent ohne Landberührung mit England starten zu können“, sagt Hinrichs. Allein schon wegen der Coronabeschränkungen und Einreiseformalitäten in das Vereinigte Königreich sei das sinnvoll.

Dass Eigner Jens-Werner Hinrichs schon zuvor manchen Euro in neue Segelgarderobe und entsprechendes technisches Equipment gesteckt hat, versteht sich von selbst. „Gegen die Segelelite Europas und der USA müssen wir uns ganz schön ins Zeug legen“, ist er sicher. Mit Generalkurs West wird sich die Flotte der über 500 Jachten in Bewegung setzen: Entlang der englischen Südküste bis Lands End, dann durch die Keltische See zum Fastnet-Rock. Der wellengepeitschte Leuchtturm vor der Südwestküste Irlands ist die Wendemarke. Danach geht es ins Ziel, das erstmals nicht vor Plymouth (GB), sondern in Cherbourg liegt. Frankreich hält 1300 Bootsplätze für Teilnehmer und Schlachtenbummler bereit. Den aktuellen Rekord für die (früher 600 Meilen) lange Strecke hält der französische Trimaran „Gitanes“ mit einem Tag, vier Stunden. Mit dem neuen Ziel wird die Strecke 95 Meilen länger.

Segeln ohne Corona im Kopf

Nur einmal in der Geschichte des Fastnet-Race – 1939 – konnte eine deutsche Jacht, die „Nordwind“ der Kriegsmarine, das Rennen gewinnen. In der Gruppe der „Truwen“ starten 24 Jachten. Aus Niedersachsen ist lediglich die „Oromocto“ von Kai Greten (Hannoverscher Yacht-Club) dabei. Die weiteren acht deutschen Rennjachten sind in Hamburg und auf der Ostsee beheimatet. Eddie Warden, Vorstandsvorsitzender des Royal Ocean Racing Club, erklärt sich die enorme Resonanz des Fastnet-Rennens so: „Alle freuen sich, ohne die drohende Corona-Wolke segeln zu dürfen.“ Der Start erfolgt am Sonntag, 8. August.

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