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Wrestling Undertaker: Der Abgang einer Legende

Houston/Texas - Als Vince McMahon, Gründer und Besitzer der World Wrestling Federation (WWF/heute WWE), Mark Calaway vor 30 Jahren die ersten Entwürfe seines künftigen Show-Charakters präsentierte, war der Texaner sofort Feuer und Flamme. „Als ich den Namen erfahren und die ersten Zeichnungen gesehen habe, war ich sofort begeistert“, sagt Calaway in der Dokumentation „The Last Ride“, für die er einem Kamerateam über Monate exklusive Einblicke in sein Privatleben gewährt hatte.

„Ich hatte schon immer eine dunkle Seite in mir – von daher passte der Undertaker perfekt zu mir“, so Calaway weiter. „Ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie ich den Charakter optimal gestalten kann und bin dadurch im Laufe der Jahre immer mehr selbst zum Undertaker geworden.“

Aber der Reihe nach: Als der Million Dollar Man Ted DiBiase den Undertaker am 22. November 1990 bei der „Survivor Series“ als viertes Mitglied seines Teams vorstellte, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand, dass er damit den Startschuss zu einer beispiellosen Karriere gegeben hatte.

Der Totengräber kämpft sich in die Herzen der Fans

Die Fans wussten mit dem 2,08-Meter-Hünen (Kampfgewicht in Spitzenzeiten rund 140 Kilogramm), der passend zum Charakter natürlich aus Death Valley (dem Tal des Todes) stammte, zunächst recht wenig anzufangen. Von Auftritt zu Auftritt aber kämpfte sich der Totengräber immer mehr in die Herzen von Millionen von Anhängern. Der Mythos war geboren.

Im Laufe der Jahre begeisterte der Undertaker nicht nur mit zahlreichen Siegen und Titelgewinnen, sondern auch mit spektakulären Matcharten: Von Sarg- und Inferno-Matches (mit brennenden Seilen), über Buried Alive (lebendig begraben) bis hin zu Käfigkrachern „Hell in a Cell“. „Diese Kämpfe waren immer besonders, aber auch motivierend. Ich habe mich immer gefragt, wie viele Möglichkeiten es gibt, meinem Gegner mit dem Sarg Schmerzen zuzufügen“, sagt Calaway und lacht. „Beim Inferno-Match gab es keine Probe. Wir sind da rein, und ich habe einfach gehofft, nicht Feuer zu fangen. Klingt morbide – aber so haben wir das eben gemacht.“

Legendäre Fehden

Parallel gab es immer wieder legendäre Fehden: Mit Triple H, Shawn Michaels, dem 250 Kilogramm schweren japanischen Sumo-Ringer Yokozuna oder seinem Show-Bruder Kane. Unglaublich auch die Siegesserie des Undertaker bei Wrestlemania – dem größten Showevent eines jeden Jahres. Hier blieb Calaway 21 Kämpfe unbesiegt, ehe Brock Lesnar 2014 den 21:0-Streak überraschend beendete.

„Ich hatte damals kein Problem, gegen Lesnar zu verlieren, glaube aber, dass er diesen Sieg gar nicht gebraucht hätte“, sagt Calaway, der hinter den Kulissen auch längst zu Chef in der Umkleidekabine aufgestiegen war. „Klar haben wir nachts auch Party gemacht, aber für mich stand der Beruf immer an erster Stelle. Das wussten die Jungs und deshalb kamen sie direkt zu mir, wenn sie mal ein Problem hatten.“

Auch wenn die Fans den „Taker“ nun nicht mehr im Ring sehen werden, ganz verschwinden wird Calaway aus dem Business nicht. „Es geht vor allem um Storytelling und darum, das Produkt wieder zu verbessern. Hier kann ich jungen Wrestlern, die physisch besser sind als jemals zuvor, am meisten helfen. Und ich möchte mehr Zeit für meine Fans haben. Diesen Support und die Energie, die sie mir gegeben haben, werde ich am meisten vermissen.“

Die Karriere im Überblick

Mark William Calaway – so der bürgerliche Name des Undertaker – wurde am 24. März 1965 in Houston im US-Bundesstaat Texas geboren. Er hat insgesamt vier Brüder, träumte zunächst von einer Basketball-Karriere und bekam ein Stipendium am Angelina College in Lufkin (Texas). Als ihm kurz vor dem Abschluss eine Karriere als Wrestler angeboten wurden, brach er sein Studium ab und heuerte zunächst in unterklassigen Ligen an. 1990 wurde Calaway dann bei der „Survivor Series“ in der damals führenden World Wrestling Federation (WWF) mit dem morbiden Show-Charakter des Bestatters (Undertaker) vorgestellt und erlangte in den folgenden Jahren Weltruhm. Nach einiger Zeit als Bösewicht wuchs die Fangemeinde des Undertakers, der stets von seinem Manager Paul Bearer (zu deutsch Sargträger) begleitet wurde. Nur ein Jahr nach seinem Debüt besiegte er im November 1992 WWF-Legende Hulk Hogan und wurde mit 27 Jahren der damals jüngste Schwergewichts-Champion aller Zeiten. Insgesamt hielt der Undertaker die höchste Krone der Wrestling-Welt siebenmal. Außerdem war er sechsmal Tag-Team-Champion mit wechselnden Partner (u.a. The Rock). Privat ist Calaway seit Juni 2010 in dritter Ehe mit der ehemaligen Wrestling-Diva Michelle McCool verheiratet – beide haben eine gemeinsame Tochter. Mit seinen früheren Ehefrauen hat der Motorrad-Freak drei weitere Kinder. Die Familie lebt auf einer Ranch in Texas. Am vergangenen Sonntag – also fast auf den Tag genau 30 Jahre nach seinem Debüt – hat der Undertaker seine Karriere endgültig beendet. Beim „Final Farewell“ verabschiedete sich Calaway im gesegneten Wrestling-Alter von 55 Jahren von seinen zahlreichen Fans. In einer sechsteiligen Dokumentation des WWE-Networks gewährte Calaway den Filmemachern exklusive Einblicke sowohl in sein Privat, als auch in sein Show-Leben. Die einzelnen Folgen können inzwischen on demand abgerufen werden.

Carsten Conrads
Carsten Conrads Sportredaktion
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