Jever - Eigentlich hätte es für Familie Rosenboom in diesem Sommer in den Urlaub nach Griechenland gehen sollen. Dank Corona fiel die Entscheidung aber dagegen aus, die Sommerferien werden nun in der friesischen Heimat verbracht. Glück allerdings für Sohn Lars: Der Nachwuchsfußballer hat nun die Gelegenheit, fünf Tage beim FSV Jever auf dem Platz zu stehen und von den Besten zu lernen – den Trainern von Real Madrid.
„Ein Geschenk zum Zeugnis, weil es eben nicht in den Urlaub geht“, sagt Vater Frank Rosenboom, der sich die Gelegenheit nicht entgehen lässt und sich die erste Trainingseinheit am Montag vom Spielfeldrand aus anschaut.
Große Namen laufen auf dem Kunstrasenplatz an der Jahnstraße herum. Allerdings: Sergio Ramos misst vielleicht 1,40 Meter und Zinedin trägt seinen Vornamen zurecht auf dem Trikot, er heißt tatsächlich so. Der Campleiter heißt ganz einfach Piet und kommt aus Hamburg, wo auch die deutsche Niederlassung von Real Madrid ihre Heimat hat. Piet Wiehle hat dieser Tage das Sagen beim FSV Jever, er und seine zwei Trainerkollegen leiten die 51 Kinder und Jugendlichen in den zehn Trainingseinheiten an.
Jugendtrainer des FSV Jever als Real-Hospitanten
Unterstützt wird das Trio von zwei Hospitanten: Malte Hafenstein und Christoph Lange sind Jugendtrainer beim FSV Jever und nutzen die Möglichkeit, den Real-Coaches über die Schulter zu schauen. „Wir dürfen uns alles angucken und bekommen auch die Möglichkeit, einige Stationen selbst zu leiten“, erzählt Malte Hafenstein.
„Es gibt mehrere kleine Stationen, wo jeder aktiv ist, keiner steht rum. Das gefällt mir ganz gut.“ Dass allein der Name Real Madrid schon Erwartungen weckt, ist für den Nachwuchstrainer klar. „Ich erwarte schon, dass das ziemlich professionell ist. Und ich hoffe, dass ich ein bisschen was für mein eigenes Training mitnehmen kann.“
Real Madrid will außer Technik und Können auch Werte vermitteln
Professionell läuft das fünftägige Fußballcamp allemal ab, das bestätigt auch Piet Wiehle. Der Campleiter möchte sich allein schon aufgrund der Inhalte von anderen Camp-Veranstaltern abgehoben wissen – „natürlich ohne andere Vereine schlechtreden zu wollen“, wie er betont. Handlungsschnelligkeit, Umschaltspiel, erster Ballkontakt, Spielintelligenz, all das sind Punkte, die durch verschiedene Übungen geschult werden. Disziplin, Fair Play und Respekt sind außerdem soziale Werte, die vermittelt werden.
„Die Kinder sollen erleben, wie eine Woche bei den Profis aussieht“, erklärt Piet Wiehle mit Blick auf den Stundenplan. Dazu gehört neben dem Fußballerischen auch die Ernährung. Erst seit diesem Jahr ist dieser Aspekt Teil der Fußballcamps, ein Vortrag über gesundes Essen im Nachwuchs- und Leistungssport gehört fest ins Programm.
Das richtige Thema für Siebenjährige? „Ich gehe an dieses Thema immer spielerisch heran“, erklärt Wiehle. Ein Fragespiel soll das Interesse am Thema wecken und den Nachwuchs dafür sensibilisieren. Selbstverständlich ist auch das verantwortliche Catering entsprechend instruiert. Pizza und Frittiertes sind tabu, werden aber auch nicht vermisst. Am wichtigsten ist den Kindern letztlich nämlich doch der Fußball.
