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Handball Lennart Suttner will in Altjührden Dampf machen

Thomas breves

Jever/Friedeburg/Altjührden - Schnellkraft – die versucht Lennart Suttner am Dienstagnachmittag im Topfit des MTV Jever zu trainieren. Immer wieder setzt er zu weit ausladenden Ausfallschritten an und simuliert dabei den Sprung in die obere Ecke des Handballtores. Um seine Hüfte ist dabei ein Gurt befestigt, an dem er mit einem Seil von einem zusätzlichen Gewicht gebremst wird. Ins Schwitzen gekommen ist er allerdings schon bei der Anfahrt. Denn der junge Torhüter ist für sein individuelles Training aus Friedeburg angereist – mit dem Fahrrad. „Das ist ganz praktisch“, sagt er, „dann sind die Muskeln schon mal aufgewärmt.

Die Zeiten für Mannschaftssportler sind nicht leicht. Sie können bestenfalls draußen in kleinen Gruppen trainieren. Handball in der Sporthalle ist den Profis vorbehalten. Davon, Würfe auf sein Tor abzuwehren, kann Lennart Suttner aktuell nur träumen. Wann es für ihn wieder losgehen kann, steht in den Sternen. Wo es sein wird, hat sich aber in den vergangenen Tagen geklärt. Der Keeper wechselt zur kommenden Saison aus der Landesliga zum Oberligisten SG VTB/Altjührden – kein kleiner Sprung, wenn man bedenkt, dass er sich im vergangenen Jahr kaum empfehlen konnte. Denn Ligaspiele fanden so gut wie gar nicht statt. „Der Anruf aus Altjührden kam schon überraschend“, stellt auch der junge Torhüter fest. „Ich denke, es liegt auch ein wenig an der Personalnot im Tor“, versucht er, die plötzliche Gelegenheit, sich in der Oberliga beweisen zu dürfen, einzuordnen. „Ich freue mich trotzdem wahnsinnig darüber“, ergänzt er.

Starkes Projekt

Innerhalb von einer Woche fiel die Entscheidung zugunsten der Südfriesländer. Für die HG Jever/Schortens bedeutet der Wechsel indes einen herben Verlust, wie sein aktueller Trainer, Henning Cassens, unumwunden zugibt. „Es fällt mir tatsächlich auch schwer zu gehen“, erklärt Lennart Suttner. „Henning hat hier ein starkes Projekt entwickelt. Ich habe dem Verein und den einzelnen Personen in der HG Jever/Schortens viel zu verdanken.“

Für ihn ist der Wechsel ein wenig wie die Rückkehr zu seinen Wurzeln. Denn schon in der Jugend war er, nachdem er seine Grundfertigkeiten unter Trainer Axel Wolf bei der HSG Friedeburg/Burhafe erlernt hatte für die Vareler aktiv. Danach kam er zur HG Jever/Schortens, machte einen kurzen Abstecher zur zweiten Mannschaft des Wilhelmshavener HV, bevor es erneut zu den Handballern aus Jever und Schortens zurückging.

Torhüter sind ein Team

Bei der SG VTB/Altjührden sieht sich Lennart Suttner nun keineswegs als Lückenfüller. „Ich gehe da jetzt natürlich nicht hin und bin zufrieden, dass ich überhaupt im Oberliga-Kader stehe. Ich will da auch schon richtig Dampf machen“, gibt er eine erste Kampfansage. Anders als im Fußball verstehen sich die Torhüter einer Mannschaft im Handball aber eher als Team. Kommunikation zwischen den beiden Individualisten auf dem Feld ist immens wichtig. Deshalb sehnt Lennart Suttner auch die erste Trainingseinheit herbei. Denn seinen Torwartkollegen Finn-Luca Schwagereit kennt er genauso wenig, wie seine weiteren neuen Mannschaftskollegen oder die Trainer.

Dreimal pro Woche soll trainiert werden. „Da freue ich mich drauf“, sagt er. Für den jungen Torhüter, der in Wilhelmshaven an der Fachhochschule Wirtschaft studiert, stellt das aktuell kein Problem dar. „Im Juni beginne ich meine Bachelorarbeit. Ich habe noch einen Nebenjob, aber da muss ich nur vormittags arbeiten und bin nicht so eingespannt.“ Den Master möchte er gerne noch anschließen. Zwei weitere Jahre an der FH sind dafür eingeplant. Schon in Jever hat er immer wieder versucht, eine dritte Trainingseinheit einzulegen. Die absolvierte er mit der zweiten Mannschaft unter Coach Reiner Schumacher, wo er auch Torwarttrainer war.

Zusätzlicher Ansporn

Lennart Suttner ist ehrgeizig. Das zeigt sich auch, wenn er einen sportlich ausgerichteten Blick in die Zukunft wirft: „Varel ist ein Traditionsverein, der unbedingt wieder in absehbarer Zeit aufsteigen möchte. Es ist natürlich ein zusätzlicher Ansporn für mich, bei einem Verein zu landen, der in dieser Semi-Professionalität noch richtig Ambitionen zeigt und sich nicht mit dem Erreichten zufrieden gibt. Mit diesem ,Druck’ sehe ich gute Möglichkeiten, mich auch weiterzuentwickeln.“

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