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Showakrobatik Mit einem Handstand fing alles an

Thomas breves

Jever/Wilhelmshaven - Ein Stuhl ist an sich erstmal kein besonderes Möbelstück. Man kann sich darauf setzen oder darauf stellen, um an unerreichbare Dinge im Regal zu gelangen. Für Kathrin Kiesler ist ein Stuhl aber weitaus mehr. Das kam ihr vor etwa sechs Jahren in den Sinn, als sie im Geräteraum des TSR Olympia Wilhelmshaven zwei angestaubte, weiße Exemplare herauskramte, die dort in einer Ecke unbeachtet vor sich hin staubten. Ohne viel nachzudenken setzte die junge Sportakrobatin an und turnte auf dem Möbelstück einen Handstand. Für sie bedeutete die einfache Bewegung den Abschied von der Sportakrobatik und den Beginn der Show. Der eigentlich Glücksmoment war allerdings, dass die Jeveranerin in diesem Moment beobachtet wurde. Emily Kroj sah sich aus ihrer Trainings- und Wettkampfgruppe heraus die ersten Versuche von Kathrin hochinteressiert an. Der Rest ist für die beiden Geschichte. Als Show-Act werden die Sportlerinnen heute gerne gebucht. Sie treten bei großen Firmenveranstaltungen und Sportshows auf, werden für Goldene Hochzeiten und Geburtstagsfeiern gebucht.

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Die Corona-Pause haben sie für einen Vereinswechsel genutzt. Seit einigen Monaten trainieren sie beim TuS Oestringen und haben mit der 28-jährigen Fabienne Schulz eine ebenfalls junge und ehrgeizige Trainerin an der Seite – so auch heute. „Von ihr können wir noch richtig viel lernen“, ist sich die 25-jährige Kathrin sicher. Da Fabienne Schulz ihre Wurzeln im Gerätturnen hat, ist ihr Blick auf die Akrobatik ein anderer.

Das Beste, was passieren konnte

Sie ist kritisch und fordernd. Und sie spart nicht mit strengen Blicken, wenn die Freundinnen Kathrin und Emily mal wieder kichernd die Köpfe zusammenstecken. Denn sie haben sich nicht nur sportlich viel zu erzählen. Auch abseits der Akrobatik unternehmen sie einiges gemeinsam. Dass sie sich ausgerechnet auch noch den gleichen Beruf als Kundenberaterin einer großen Bank ausgesucht haben, passt da irgendwie perfekt ins Bild. „Aber in anderen Filialen“, sagt Kathrin Kiesler und lacht, „Emily ist das Beste, was mir passieren konnte.“

Die Stühle haben die beiden vorerst aus dem Programm gestrichen und reichlich Geld in ein neues Podest investiert. Damit wollen sie auch am 18. September in der Nordfrost-Arena in Wilhelmshaven bei der Show „SchauSport“ das Publikum begeistern. Dass die Akrobatik das Zeug dazu hat, sehen sie immer wieder. Denn um Werbung für sich zu machen, sind aktuelle Fotos auf dem Instagram-Account wichtig.

Bessere Beine

Bei den Shootings am Strand, vor dem Schloss in Jever, der Kaiser-Wilhelm-Brücke in Wilhelmshaven oder auch im Urlaub bleiben die Passanten stehen, wenn Kathrin und Emily zu ihren Figuren ansetzen und schauen fasziniert zu, wenn der „Spitzwinkelstütz“ oder die „Schwalbe“ in Perfektion stehen. Wer von den beiden dabei welche Funktion einnimmt, ist immer unterschiedlich. Kommt es auf Armkraft an, ist Emily zur Stelle. „Kathrin kann Beine besser“, erklärt die 21-jährige Wilhelmshavenerin. Noch sind die beiden am Feinschliff für ihre beiden Vorstellungen im September, doch die Ideen gehen ihnen nicht aus. Kathrin Kiesler würde gerne weitere Alltagsgegenstände in das Showprogramm einbinden. „Warum nicht Akrobatik auf einem Fahrrad?“, lautet eine Überlegung. Zuerst jedoch kommt „SchauSport“. „Wir sind bereit!“, sagt Kathrin Kiesler und schwingt sich aufs Podest. Trainerin Fabienne setzt einen kritischen Blick auf und kommentiert knapp: „Fast.“

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