Larrelt/Middels - Im Halbfinale des Ostfriesland-Cups zwischen den Sportfreunden Larrelt und dem TuS Middels ist das Ergebnis zur Nebensache geraten. 0:0 stand es nach 90 Minuten. In der Verlängerung sicherte sich Larrelt dann den Sieg und trifft nächste Woche Freitag im Emder Stadtduell auf den BSV Kickers.

Nach einer Viertelstunde Spielzeit ging der Middelser Mohamed Junior Doumbia bei einem an sich harmlosen Zweikampf zu Boden. Er war unglücklich auf der Schulter gelandet und musste behandelt werden, kehrte aber ins Spiel zurück. Doch die Aktion hatte Folgen. Kurz darauf ging es für den TuS-Akteur nicht weiter. Nach seiner Auswechslung sackte er nochmals weg, die Partie wurde unterbrochen, ein Rettungswagen gerufen. Währenddessen überlegten die Organisatoren, wie und ob es weitergehen kann. Ich fühl mich ein bisschen wie bei der EM“, sagte Manfred Bloem in Erinnerung an die Szene, in der der dänische Nationalspieler Christian Eriksen zusammengebrochen war. „Wir sind nicht die UEFA, wir müssen nicht um jeden Preis weitermachen“, sagte er und suchte das Gespräch mit den Vertreten der Vereine. Die Organisatoren überließen die Entscheidung letztlich den Teams. TuS-Trainer Uwe Langheim rief seine Spieler zusammen und diese plädierten dafür weiterzumachen. „Für Junior“ schallte es aus dem Kreis.

Und mit diesem Statement meinten es die Middelser ernst. Hatten sie bis zur Unterbrechung große Probleme, ins Spiel zu finden und für Gefahr zu sorgen, schalteten sie nun einen Gang hoch. Bis zur Pause erarbeiteten sie sich einige gute Chancen, doch ein Tor wollte nicht fallen. So ging es beim Stand von 0:0 zum Pausentee in die Kabinen.

Auch nach dem Seitenwechsel schafften es beide Mannschaften zu selten, ihre Angriffe sauber zu Ende zu spielen. Erstklassige Chancen gab es aber dennoch. Während Middels am Pech oder eigenen Unzulänglichkeiten scheiterte, war für die Larrelter ein ums andere Mal Endstation beim gut aufgelegten Siegfried John im TuS-Gehäuse. Die Zuschauer waren sich einig, dass es nicht das schönste Fußballspiel war, aber spannend war es allemal. Lediglich ein Treffer blieb den Teams und den Zuschauern weiter verwehrt. So stand es auch nach 90 Minute weiter 0:0 und die Begegnung ging in die Verlängerung.

Hier waren gerade einmal zwei Minuten gespielt, als doch noch Jubel im Larrelter Stadion aufbrandete. Thorsten Mammen hatte den erlösenden Führungstreffer für die Sportfreunde erzielt. Middels stemmte sich gegen die drohende Niederlage, doch es fehlte immer wieder das letzte bisschen Koordination in den Aktionen. So blieb es bei diesem einen Treffer und Larrelt ging knapp drei Stunden nach dem Anpfiff als Sieger vom Platz.

So ärgerlich die Niederlage für den TuS auch ist, bestimmen doch letztlich die Sorgen um den verletzten TuS-Spieler die Gedanken der Middelser. Eine genauere Diagnose aus dem Emder Krankenhaus steht noch aus.

Schon am Freitag geht es für den TuS weiter. Dann wartet zum Auftakt der Punktrunde das Heimspiel gegen den TuS Weene. Am Montag geht es dann mit dem Pokalspiel gegen den TV Bunde weiter. Sollte diese Partie gewonnen werden, steht schon am Mittwoch die nächste Runde gegen den SV Großefehn auf dem Plan.

Jochen Schrievers
Jochen Schrievers Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung