Middels - Eine Zäsur stellte die Delegiertenversammlung des Friesischen Klootschießerverbands (FKV) am Freitagabend im Saal der „Alten Schmiede“ in Middels dar. Gab doch Jan-Dirk Vogts aus Hollwege nach 16 Jahren den Vorsitz des FKV ab, der Heimat für 31 103 Boßler und Klootschießer im ostfriesisch-oldenburgischen Bereich ist. Damit sei seine Ära parallel zur Kanzlerschaft von Angela Merkel verlaufen, sagte Vogts in seiner gewohnt humorvollen Art.

Auch in seinem letzten Rechenschaftsbericht wurde deutlich, dass Vogts in der Boßelszene gut vernetzt ist. Er ging voran, wenn der FKV an Europameisterschaften teilnahm oder selbst welche zu organisieren hatte. Außerdem gelang es ihm, das Einzelhandelsunternehmen Edeka als Hauptsponsoren für die Friesensportler zu gewinnen. Seitdem gehören für den FKV finanzielle Sorgen im Prinzip der Vergangenheit an.

Dafür sind für den Verband andere dunkle Wolken in der jüngeren Vergangenheit aufgezogen – geschuldet einem sich verändernden Zeitgeist. So fehlt es in den Vereinen mittlerweile an qualifizierten Nachwuchsleitern sowie generell an Lehrgängen, die „Boßeln, Klootschießen und Vereinsmanagement“ (Vogts) vermittelten. In der Vergangenheit gescheitert sind bislang zweimal Projekte zur Reformierung der Übungsleiterausbildung, einen dritten Versuch hat der Fachwart für Jugend und Ausbildung, Hendrik Rüdebusch, gerade in Arbeit. Auch in puncto Öffentlichkeitsarbeit und soziale Medien ist der erfolgreiche Europameisterschaftsteilnehmer für den FKV am Werke.

Doch ausgerechnet Rüdebuschs Verbandsaktivitäten sind bei den Funktionären umstritten, insbesondere von Seiten des ostfriesischen Landesverbands (LKV) blies Rüdebusch ein kalter Wind entgegen. Der LKV-Vorsitzende Erwin Niehuisen erhob verschiedene Vorwürfe gegen den Jugendwart und kündigte an, dass sich die Ostfriesen seiner Wiederwahl verweigerten. Es kam zu einer geheimen Abstimmung, in der sich Rüdebusch nur knapp im Amt hielt.

Klare Sache dagegen bei der Neubesetzung der Position des ersten Vorsitzenden: Friedeburgs Bürgermeister Helfried Goetz, selbst aktiv beim KBV Wiesedermeer, wurde einstimmig gewählt. In einer ersten Stellungnahme sagte er, dass es nun in Zeiten der Pandemie gelte, den am Wochenende gestarteten Ligabetrieb im Boßeln wiederzubeleben. Außerdem seien im Vorstand entstandene Konflikte zu lösen. Den Vorstand komplettieren: Jan-Dirk Vogts (2. Vorsitzender), Peter Brauer (Geschäftsführer Finanzen, Thomas Höpken (Stellvertretender Geschäftsführer Verwaltung), Erich Kuhlmann (Fachwart Boßeln), Edeltraut Wiets-Frerichs (Stellvertretende Fachwartin Boßeln), Inka Eilts (Fachwartin Boßeln), Heike Kuhlmann (Stellvertretende Fachwartin Boßeln), Jelde Eden (Stellvertretender Fachwart Kloot und Hollandkugel), Henning Bernau (Stellvertretender Justitiar).