Moorwarfen - In den Vitrinen des Vereinsheims des KBV „Lat em loopen“ zeugen jede Menge Pokale und Plaketten von den Erfolgen der Moorwarfer Friesensportler. Doch eines stellt Vorsitzender Peter Kohlrenken klar: Ohne Enno Adden wären viele dieser Erfolge nicht möglich gewesen. Der Grund: Wenn es in der Ersten personell kneift, dann hilft der Mannschaftsführer der zweiten Männer-I-Mannschaft mit Werfern aus – bringt seine Zweite trotz des personellen Aderlasses jedoch immer an den Start. „Es kostet ihn einige Telefonate, aber es klappt“, sagt der Vorsitzende des vor 102 Jahren gegründeten Vereins bewundernd.
86-jähriges Ass im Ärmel
Doch wen aktiviert Enno Adden immer wieder sonntags, wenn es darum geht, das zweite Männerteam für die Punktwettkämpfe aufzufüllen? „Ich muss dann zusehen, dass ich einen Rentner finde, der kurzfristig einspringt“, erklärt der 67-Jährige, der gleichzeitig versichert, dass darunter nicht die sportliche Qualität leidet. Unter anderem hat der Jeveraner mit dem 86-jährigen Siegfried Siebels einen Sportler in der Hinterhand, der „den Jungen noch zeigt, wie man wirft“. Zur Information: Adden spielt mit seiner zweiten Herren zurzeit in der dritten Kreisklasse Nordwest – die Erste in der Bezirksliga.
Zahlreiche Titelgewinne
Der gelernte Maurer, der später als Lagerist bei einem jeverschen Baustoffhandel gearbeitet hat, trat 1984 in den KBV Moorwarfen ein. „Ich bin einfach mal so hergekommen, auch weil ich ein bisschen Bewegung brauchte“, erinnert sich der Rentner. Der damalige Boßel-Neuling hatte die Wurftechniken schnell raus, wurde 1998 Chef der Zweiten. Von 2000 bis 2010 leitete er zudem die Altersklasse Männer II (älter als 45 Jahre) und, so Kohlrenken, „löste auch hier alle personellen Schwierigkeiten“. Auf diese Weise gewannen die Ü-45-jährigen Männer öfter den Marathon-Boßelpokal und einige Stadtmeistertitel.
Doch damit nicht genug: Adden war auch in der Jugendarbeit aktiv. Auch wenn der KBV Moorwarfen – wie die meisten jeverländischen Friesensportvereine – seit rund zehn Jahren kein Nachwuchsteam mehr hat, kann der Jeveraner zumindest behaupten: „Die Letzten habe ich noch mit ausgebildet.“ Davon profitieren noch heute die Erwachsenenteams, in denen die Jugendlichen von damals mit für sportliche Erfolge sorgen.
Addens Ende als Teamchef der Zweiten ist nach Ansicht von Kohlrenken nicht abzusehen. „Solange ich noch gut zu Fuß bin, werde ich weitermachen“, bestätigt der Mannschaftsführer, der übrigens auch passionierter Angler und vereinsinterner Skatmeister ist.
Eine einzige Ausnahme
Das Lob des Vereinsvorsitzenden gibt Adden großzügig an die Senioren, die er immer wieder sonntags aktiviert, weiter: „Die kommen immer gleich, wenn ich sie brauche.“ Nur einmal, erinnert sich Peter Kohlrenken, konnte Addens zweite Herrenmannschaft wegen Werfermangels doch nicht antreten. Daran kann sich auch der 67-Jährige erinnern, und gibt zu bedenken: „Aber da war ich nicht da!“
