Sande/Wilhelmshaven - Die Eishockey-Familie trauert. Und wieder trifft es den ECW Sande. Zum dritten Mal binnen zwei Jahren muss sich der Verein von einem Menschen aus seinen Reihen verabschieden. Und diesmal hat es einen der ganz Großen getroffen. Am Dienstagmorgen starb Cheftrainer Sergey Yashin im Alter von nur 60 Jahren. Nach Angaben des Vereins erlag der ehemalige Eishockey-Olympiasieger auf dem Weg zur Arbeit vermutlich einem Herzanfall. Die von Passanten eilig begonnenen Reanimationsversuche zeigten keine Wirkung.

Der Sportliche Leiter des ECW, Nick Hurbanek, ist fassungslos. Ihn erreichte die Nachricht gestern Dienstagmorgen im Familienurlaub. „Wir können es nicht verstehen. Wir sind alle zutiefst erschrocken. Meine Familie ist mit seiner befreundet, ich kenne ihn selbst seit mehr als 20 Jahren“, ringt Hurbanek um Worte. Die Lücke, die der Tod von Sergey Yashin nicht nur beim ECW Sande reißt, ist groß. „Er hat so viel für den Verein getan, er ist nicht zu ersetzen“, sagt Nick Hurbanek.

In den vergangenen Wochen hatten sich beide mehrfach über den langsamen Rückzug Yashins aus dem Eishockey-Geschäft unterhalten. „Er hat mich gefragt, ob ich nicht den Trainerschein machen möchte. Als ob er etwas geahnt hat.“

Sergey Yashin wurde am 6. März 1962 in Pensa in der Russisch Sozialistisch Föderativen Sowjetrepublik geboren. Von 1978 bis 1980 spielte er bei Diselist Pensa in der zweitklassigen sowjetischen Perwaja Liga. Während der Saison 1979/80 wechselte er zu Dynamo Moskau, mit dem er 1990 sowjetischer Meister, mehrfach Vizemeister und schließlich auch Nationalspieler wurde. Als solcher erreichte er vier Europameistertitel (einen davon in der U 18), zwei Weltmeistertitel (1986 und 1989) sowie eine Goldmedaille 1988 bei den Olympischen Winterspielen in Calgary (Kanada). 1988 wurde er auch als Verdienter Meister des Sports der UdSSR ausgezeichnet und erhielt das Ehrenzeichen der Sowjetunion.

Thomas Van Lengen
Thomas Van Lengen Redaktionsleitung Sport, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung