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Serie „Die Macher“ Warum Mathias Urban für seinen Lieblingssport eine gefühlte Weltreise in Kauf nimmt

Schortens/Heede - Wenn Mathias Urban aufzuzählen beginnt, wo auf der Welt er schon überall war, dann kann man schon ein wenig neidisch werden. „Virgin Islands, Puerto Rico, Venezuela, die USA, Kanada, Island“, sagt er und nimmt dabei die Finger zu Hilfe. Sicherlich würde ihm noch einiges mehr in den Sinn kommen, wenn er ein wenig mehr Zeit zum Nachdenken hätte. Dann schießt es ihm aber doch ein: „Natürlich alle Ostfriesischen Inseln“, sagt er und lacht.

Letztere hat der Macher bei den Boast-Busters Jeverland allerdings mit seiner Frau Elke besucht. Die anderen Sehnsuchtsorte hat der Vorsitzende des Squash-Vereins während seiner Zeit bei der Marine gesehen. Damals hatte der gebürtige Wilhelmshavener noch keine eigene Wohnung, dafür aber jede Menge Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel von seiner letzten großen Tour. Das war 1996 und es war Fußball-EM. Deutschland traf im Halbfinale im Klassiker auf England.

Fußballparty an Deck

„Wir lagen vor Curaçao und haben auf dem Schiffsdeck das Spiel zusammen mit Holländern und Engländern geschaut“, erzählt er. An die langen Gesichter der Kontrahenten nach dem 6:5-Sieg im Elfmeterschießen erinnert er sich noch gerne zurück. Auch daran, wie die Crew vor Venezuela kreuzte, in der Hoffnung, irgendwo einen Sender über die Schiffsantenne reinzubekommen, der die Deutsche Welle überträgt. Mehr als 25 Jahre ist das jetzt her. Genauso wie die überragende Party, die die Besatzung nach dem EM-Sieg der Deutschen auf dem Schiffsdeck feierte.

Mittlerweile gehört die Leidenschaft des 50-Jährigen, der Dienstag seinen Geburtstag feiert, dem Squash. Wobei diese Liebe schon mehr als 30 Jahre währt. „1989 habe ich damit angefangen.“ Die Sportart war noch jung und außer in den Großstädten noch kaum bekannt. „Meine ganzen Kumpels waren beim Kegeln in Schoost. Hauptsächlich wegen der Mädels“, sagt Mathias Urban und grinst. Nur sein bester Freund griff zum Squash-Schläger und nahm ihn mit zum Training. Zuerst beim Heidmühler FC, später in der Fitness-World in Schortens, wo er sich hinter dem Tresen ein paar Mark dazu verdiente.

Im Februar 1992 organisierte er das erste Freizeitturnier. 1996 gab es bereits Preisgelder. „Im Halbfinale stand niemand von der Nordhalbkugel. Hier waren Bundesligaspieler aus ganz Deutschland vertreten. Seit seinem ersten Turnier hat er mehr als 200 weitere in Schortens organisiert. Es sprach sich herum, dass der junge Schortenser einiges im Verein auf die Beine stellte. Erst wurde ihm das Amt des Vizepräsidenten im Squash-Verband Niedersachsen angetragen. Seit einigen Jahren ist er sogar dessen Präsident und beobachtet, wie seine Sportart immer mehr an Boden verliert. „Die Vereine machen zu wenig Jugendarbeit“, stellt er fest. Ein Problem, dass bei den Boast-Busters aktuell keines ist. Dafür sorgt der umtriebige Vereinsvorsitzende mit zahlreichen Aktionen. „Über den Ferienpass fangen wir die Jugendlichen“, sagt er mit ein wenig Stolz in der Stimme. Natürlich trainiert er die Jugend auch. Dafür nimmt er jeden Freitag eine kleine Weltreise auf sich. Denn Mathias Urban wohnt mit Ehefrau Elke, der 13-jährigen Tochter Rieke und dem 14-jährigen Pudel/Jack-Russel-Mischling Martha im emsländischen Heede. 97 Kilometer sind es von dort aus bis zum Squash-Court in der Fitness-World Schortens.

Lieber kurze Wege

Zum Reisen mit der Familie hat er dabei immer noch genug Zeit. Auch wenn die Ziele mittlerweile nicht mehr ganz so exotisch sind. Heutzutage geht es eher den kurzen Weg über die Grenze auf die niederländische Insel Texel, in die Eifel, nach Dänemark oder Schweden. Erzählen kann er auch von dort sicherlich eine Menge.

Thomas Van Lengen
Thomas Van Lengen Redaktionsleitung Sport, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung
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