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Zwillinge aus Schortens Marc und Malte Siebels lieben den Hockeysport

Schortens - Doppelt hält besser? Auf jeden Fall versteht Marc Siebels sein Handwerk. Der 17-jährige Torhüter sorgt sowohl im Inlinehockey als auch im Eishockey seit Jahren dafür, dass die gegnerischen Angreifer es möglichst schwer haben. „Einen Ball oder einen Puck zu halten, der eigentlich nicht zu halten ist, das macht Mega-Spaß. Und dann kommt das große Grinsen unter dem Helm automatisch.“

Wo allerdings Marc im Tor steht, ist Zwillingsbruder Malte nicht weit. Der Angreifer kam wie Marc vor zwölf Jahren zum Inlinehockey, zählt wie sein Zwillingsbruder zur U 19-Landesauswahl in dieser Sportart – und läuft seit Ende der Wechselfrist Ende Januar (und dank des elterlichen Fahrdienstes) nicht mehr für den ECW Sande 1b (Landesliga), sondern für das U 20-Team des REV Bremerhaven aufs Eis.

Wofür ihr Herz schlägt, daraus machen die Zwillinge aber keinen Hehl. „Eishockey ist schon noch eine andere Nummer. Da der Inline-Verband aber seine Spieltermine an die im Eishockey anpasst, weil viele Spieler in beiden Sportarten zuhause sind, passt das wunderbar zusammen.“

Nachwuchsmangel beim Inlinehockey

Für die Zwillinge auf jeden Fall passt es. Als im Sommer 2008 die Bagger anrückten, um die Wilhelmshavener Eishalle an der Friedenstraße abzureißen, kamen die Schortenser, die derzeit an der BBS Jever auf das Abitur mit Schwerpunkt Wirtschaft im kommenden Jahr zusteuern, zum Inlinehockey. Und als wiederum in Sande die ehemalige Tennis- und Squashhalle, die in der Folge auch einen Soccer-Court umfasste, zur Eishalle umgebaut wurde (Eröffnung im Februar 2015), schnürten die Brüder die Schlittschuhe. Das half auch deshalb durch die Saison, weil es im Inlinehockey zuletzt im Nachwuchsbereich – mangels Masse – keinen Spielbetrieb gab. Für Malte Siebels, gleichzeitig auch als Trainer bei der Jade Warriors aktiv, ein bedauerlicher Zustand. Aber auch einer, für den es Gründe gibt. „Was fehlt, ist unter anderem der Anschauungsunterricht. Kinder sehen im Fernsehen andere Sportarten – deshalb ist die Nachwuchsgewinnung so schwierig. Denn das Inlinehockey Spaß macht, daran besteht kein Zweifel.“

Und auf noch einen Aspekt weist „Seitenwechsler“ Marc Siebels aus Torwartsicht hin. „Inlinehockey ist für einen Keeper schwieriger als Eishockey. Der Ball ist schneller unterwegs und es ist viel schwieriger, aus der Körper- oder Schlägerhaltung des Angreifers herauszulesen, wohin der Schuss geht.“

Vorfreude auf die Spiele mit der Landesauswahl

Ähnlich wie im Handball trainiert auch der 17-jährige Torhüter gerne mit Tennisbällen. „Um das Auge zu schulen und die Hände aufzuwärmen, ist das ideal. Letztlich aber kommt es bei einem Torwart auf Erfahrung an. Also darauf, richtig zu stehen und sich nicht so viel zu bewegen.“

Auf die Spiele mit der Landesauswahl im Inlinehockey im Mai freut sich das Brüderpaar bereits. Malte Siebels: „Wir kennen das schon aus der Vergangenheit – und das ist eine echte Herausforderung, denn in Sachen Tempo und Körpereinsatz ist das eine ganz andere Nummer. Leider finden aber Auswahltraining und Länderpokal nur einmal im Jahr statt.“

Langweilig wird es für die Zwillinge, die seit dieser Woche ihren Führerschein in der Tasche haben und im Sommer volljährig werden, trotzdem nicht. In der neuen, im März beginnenden Spielzeit werden die Warriors wieder zwei Mannschaften ins Punktspielrennen schicken. Und in den nächsten zwei Jahren wollen beide auch in Bremerhaven weiter Eishockey spielen.

Martin Münzberger
Martin Münzberger Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung
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