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Porträt einer Schortenserin Silke Heirich ist Königin, Mannschaftsführerin und Familienmensch

Schortens - Familie wird großgeschrieben im Hause Heirich. Tischtennis auch. Außerdem Spielen, Zeitunglesen, Kreativsein, Fußball, Ballett, Eishockey, Schach, Ehrenamt, Heimatverbundenheit... So vielseitig die Interessen von Silke, Andreas, Yvonne und Victoria Heirich sind, sie verbinden die Schortenser Familie auch. Managerin der vier ist Mama Silke, ihr liegt es einfach, das Sagen zu haben. Wohl deshalb ist sie auch Mannschaftsführerin der Tischtennis-Damen beim Heidmühler FC, wo sie seit 2008 ihrem liebsten sportlichen Hobby nachgeht.

Ein gut gehütetes Geheimnis

Großgeworden ist Silke Heirich in Wesel am Rhein, von dort stammt auch Ehemann Andreas. Tischtennis gehörte dort allerdings noch nicht zu ihren Hobbys, die Liebe in der Heimat galt und gilt immer noch den Traditionen des Schützenwesens. „Schützenfeste am Niederrhein werden ein bisschen anders gefeiert“, erzählt sie. „Die Männer tragen die Uniform, die Frauen sehen gut aus.“ Um Königin zu werden, braucht keine Frau ein Gewehr in die Hand zu nehmen, sie steht bereits lange im Vorfeld fest – als gut gehütetes Geheimnis.

Dass Silke Heirich 2012 zur Königin gekürt wurde, war für sie Überraschung und Ehre zugleich, denn schließlich lebte sie zu diesem Zeitpunkt schon seit 20 Jahren nicht mehr in Wesel. „Es war für mich gar keine Frage, dass ich das mache“, sagt sie überzeugt. Das mehrtägige Schützenfest Anfang September ist stets ein fest eingeplanter Termin im Jahreskalender der Familie, es wird selbstverständlich Urlaub eingereicht. „Wir haben sogar die Kinder aus der Schule genommen, um dabei sein zu können. Die Erlaubnis haben wir wegen der Traditions- und Brauchtumspflege immer bekommen.“ Aber auch, wenn Corona die regelmäßigen Besuche am Niederrhein stark ausgebremst hat, so ist die Verbundenheit dorthin genauso stark wie vorher.

An die Nordsee ist Silke Heirich 1992 gezogen, ihr Mann war damals Berufssoldat bei der Marine und in Wilhelmshaven stationiert. Die junge Justizangestellte heuerte beim Amtsgericht an und wollte Gerichtsvollzieherin werden, die Absage war deutlich: „Ich war weiblich und verheiratet. Da wurde das nichts“, bringt es die heute 49-Jährige auf den Punkt. Also schwenkte sie noch einmal um, heuerte ebenfalls bei der Bundeswehr an und ist jetzt Beamtin dort. „Das habe ich bis heute nicht bereut.“

Das Rumsitzen ist ihr nicht gegeben

Der gemeinsame Arbeitgeber brachte Familie Heirich 2004 mit der damals dreijährigen Tochter Yvonne nach Brunssum in den Niederlanden, wo dann die zweite Tochter Victoria geboren wurde. Elternzeit statt Job war für Silke Heirich also angesagt, aber „das Rumsitzen ist mir nicht gegeben“, sagt sie. Die von ihr ins Leben gerufene Krabbelgruppe gibt es in Brunssum heute noch. Später war sie Elternvertreterin in den Klassen ihrer Töchter, und ob es bei Grün-Gelb Roffhausen, dem TuS Sande oder beim Heidmühler FC war, stets hatte Silke Heirich auch die Mannschaftsführung ihrer Tischtennisteams inne.

Die Anfänge ihrer sportlichen Karriere liegen in Roffhausen, wo sie nach dem Umzug in den Norden eine Zeit lang lebte. Die Namen ihrer Mitspielerinnen, die sie während ihrer nun fast 30-jährigen Karriere begleitet haben, hat sie alle noch parat. Und wenn mal ein Nachname fehlt, steht Tochter Yvonne parat. Ein kurzes Intermezzo in Sande und die Zeit in Brunssum überbrückten die Jahre, bevor Silke Heirich beim Heidmühler FC ihre sportliche Heimat fand. Schöne und traurige Erinnerungen haben hier ihren Platz, das Auf und Ab mit der Damen-Mannschaft im Spielbetrieb auf Bezirksebene ist ihr auch vertraut. Und doch würde sie die familiäre kleine Tischtennisabteilung nicht mehr eintauschen wollen. „Der Wohlfühlfaktor ist ganz groß“, beschreibt sie. „Der Zusammenhalt ist da, gerade wenn es einem nicht gut geht. Die anderen versuchen einen aufzufangen.“

Familienauftritt bei Großveranstaltungen

Auch die Töchter der Bezirksoberligaspielerin haben sich im Tischtennis versucht. Yvonne als Linkshänderin war immer gefragt, und auch Victoria fand Spaß am Spiel. Doch das jeweils andere sportliche Standbein war das festere. Victoria ist beim Fußball geblieben, Yvonne beim Ballett. Aber ganz abgeschworen haben sie dem Lieblingssport ihrer Mama dann doch nicht, denn mittlerweile engagieren sie sich gemeinsam ehrenamtlich. Silke Heirich ist schon seit mehr als 20 Jahren als Volunteer bei Tischtennis-Großveranstaltungen dabei, Yvonne begleitete sie vor anderthalb Jahren zum ersten Mal. Für die Deutsche Meisterschaft im August in Bremen ist nun auch Victoria mit angemeldet.

Vorausgesetzt, die Meisterschaft findet statt. Denn wie alle sind die vereinssportlichen Hobbys der Familie Heirich derzeit auf Eis gelegt. Allerdings bleibt so viel Zeit für eine weitere gemeinsame Leidenschaft: Gesellschaftsspiele. Diese lassen sich wunderbar daheim am Esstisch spielen. Nicht selten werden dabei schon mal bis tief in die Nacht oder bis zum frühen Morgen Strategien entwickelt, Karten gekloppt oder Würfel geworfen. Und immer steht dabei eines im Vordergrund: der Zusammenhalt der Familie.

Kathrin Kraft
Kathrin Kraft Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung
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