A wie Ansatz: Der Ansatz beim Kegeln legt fest, an welcher Stelle die Kugel ihren Lauf auf der Bahn nimmt. Wird die Kugel auf der rechten Bahnseite losgekegelt, spricht man von Rechtsansatz, links entsprechend von Linksansatz. Während eines Wettkampfes ist vorgegeben, wie viele Würfe mit welchem Ansatz zu kegeln sind, dies wird mittels einer Lampe am Zehnerbrett angezeigt.

B wie Bohlebahn: Von den drei gängigen deutschen Bahnarten beim Kegeln ist die Bohlebahn die häufigste in Norddeutschland. Außerdem gibt es die Classicbahnen im Süden und die Scherenbahnen in Mitteldeutschland. Während die Bohle- und Scherenbahnen aus Kunststoff oder Holz bestehen, ist die Classicbahn aus Kunststoff oder Asphalt gefertigt. Auch Steigung oder Kehlung sind von Bahnart zu Bahnart verschieden.

C wie Chance: Die Chance, alle Neune zu treffen, lässt sich nicht berechnen oder gar beeinflussen. Jede Bahn ist anders, mal muss lose, mal mit Druck geworfen werden. „Man muss es nicht nur im Arm haben, sondern auch im Kopf“, sagt Hella Tadken-Taddicken. Es passiere äußerst selten, dass mal drei Zehnerbretter nacheinander eine Neun aufweisen.

D wie Durchläufer: Als Durchläufer bezeichnet man einen Wurf, bei dem sich die Kugel ohne Berührung durch die neun Kegel am Ende der Bahn hindurch mogelt. Dies passiert nur bei den Jugendlichen, weil hier die Kugeln kleiner sind als bei den Erwachsenen. „Das hatte ich früher ganz oft“, erinnert sich die MTV-Keglerin, die mit zwölf Jahren zu kegeln begann. Ein Durchläufer kommt nicht in die Wertung, der Wurf darf wiederholt werden.

E wie Ersatzspieler: Auf Bezirksebene, wo die Sportkegler des MTV beheimatet sind, treten pro Spieltag vier Akteure in Aktion. „Aber es ist ganz gut, wenn man einen Ersatzspieler dabei hat“, erklärt Hella Tadken-Taddicken, der im Falle einer Verletzung einspringen kann.

F wie fremde Bahnen: „Jede Bahn ist anders, jede läuft unterschiedlich“, beschreibt die Jeveranerin. Nach zwei Wurf sollte man aber wissen, wie der Hase läuft, bei Meisterschaften habe man schließlich nur zehn Wurf auf einer Bahn. „Da ist nicht viel mit experimentieren.“ Auch die Jahreszeit hat Einfluss auf die Bahnen, denn Holz arbeitet und ist anfällig für Temperaturschwankungen.

G wie Gewicht: Die Kegel am Ende der Bahn haben unterschiedliche Gewichte. Die drei vordersten Kegel dürfen zwischen 1750 und 1770 Gramm wiegen, die hinteren zwischen 1750 und 1800 Gramm. Eine Ausnahme bietet hier der König in der Mitte – er darf bis 50 Gramm mehr wiegen als die anderen. Beim Freizeitkegeln sind die Hölzer in der Regel leicht, damit sie schneller fallen.

H wie Holz: Holz ist eine andere Bezeichnung für Kegel, auch die Ergebnisse werden in Holz angegeben. Wo früher die Kegel aus Echtholz waren, dominiert heute Hartplastik. Bei Hella Tadken-Taddicken daheim zieren allerdings noch echte Holzkegel mit deutlichen Gebrauchsspuren den Flur.

I wie Inklusion: Hella Tadken-Taddicken hat ein Herz für ihre Mitmenschen und denkt gerne an einen Nachmittag zurück, an dem sie den Lebensweisen das Kegeln näher gebracht hat. „Ich hab das nur einmal gemacht, aber die sind mir so ans Herz gewachsen“, schwärmt sie und erzählt, wie sie den behinderten Menschen eine wunderbare Zeit beschert hat.

J wie Jugend: Jugendliche Anfänger im Kegeln sind ab zehn Jahre alt und werfen bis zum 15. Lebensjahr in der Jugend B. Die „Bis-18-Jährigen“ sind anschließend in der Jugend A gelistet, ehe sie bis zum Alter von 23 Jahren als Junioren an den Start gehen. Jugendkugeln sind kleiner als Erwachsenenkugeln, und auch der Schnitt liegt mit „6“ ein Holz unter dem der Erwachsenen.

K wie Kranz: Als Kranz wird ein Wurf bezeichnet, bei dem alle acht um den König herum angeordneten Kegel fallen. „Das passiert selten“, sagt Hella Tadken-Taddicken.

L wie loser Wurf: Ein Wurf mit wenig Druck und viel Taktik. „Der ist ganz schlimm für mich, ich habe mehr Kraft im Arm“, beschreibt die MTV-Keglerin. Das Gegenteil vom losen Wurf ist der harte Wurf.

M wie Meisterschaft: Angefangen bei der Bezirksmeisterschaft, geht es über die Landesmeisterschaft bis hin zur Deutschen Meisterschaft. Hier feierte Hella Tadken-Taddicken im Jahr 2016 den größten Erfolg ihrer Karriere.

N wie Niederlagen: „Heute sehe ich das nicht mehr so verbissen, das Alter hilft“, sagt die Jeveranerin lachend. Früher habe sie sich oft geärgert, „jetzt bin ich froh, dabei zu sein und die Leute zu treffen“. Mit dem achten Platz bei der Deutschen Meisterschaft in diesem Jahr sei sie „total happy“ gewesen.

O wie Ordnung: Ordnung muss sein, „es kann ja nicht jeder machen, was er will“, sagt Hella Tadken-Taddicken. In der Wettspielordnung ist genau festgelegt, wie viel Wurf jeder Spieler hat oder welche Ansätze geworfen werden.

P wie Pudel: Bei einem Pudel fällt die Kugel von der Bahn herunter in die Seitenrinne und es bleiben alle Kegel stehen. „Überholspur“, kommentiert die MTV-Keglerin lachend. „Sollte man nicht machen, passiert aber auch noch manchmal.“ Anders als beim Durchläufer dürfen diese Würfe nicht wiederholt werden und der Kegler hat gleich sieben Holz weniger im Schnitt. Eine andere Bezeichnung für den Pudel ist „Pumpe“.

Q wie Quatschkegeln: Wenn es nicht um Ligabetrieb oder Meisterschaftsehren geht, ist das Kegeln oft Bestandteil von Firmen- oder Weihnachtsfeiern. Hier stehen Spiele wie Tannenbaumkegeln, Fuchsjagd, Blindes Huhn oder Hausnummerkegeln zielen auf den Spaßfaktor ab – und dagegen ist auch die Sportkeglerin nicht gefeit. „Das ist gesellig und auch ganz schön“, gibt sie zu, „auch wenn das Ganze gegen das Gehirn des Sportkeglers geht.“

R wie Reihenfolge: Eine festgelegte Startfolge innerhalb des Teams gibt es nicht, allerdings gibt Hella Tadken-Taddicken zu, am liebsten als Anstarterin, also als erste Werferin, auf die Bahn zu gehen. „Dann sehe ich nicht bei den anderen, was drin ist“, sagt sie. „Ich schaue lieber selbst, was die Bahn so hergibt.“

S wie Schnitt: Ein Ergebnis von sieben gefallenen Kegeln pro Wurf wird als Schnitt bezeichnet. Wer also bei 120 Wurf, wie sie im Wettkampf gefordert sind, auf ein Ergebnis von 840 Holz kommt, hat sein Soll erfüllt. Alles was drüber, also über Schnitt ist, zeugt von Können – und vielleicht ein bisschen Glück. Der Schnitt für Jugendliche, die eben auch mit kleineren Kugeln werfen, ist auf sechs festgelegt worden.

T wie Training: Hella Tadken-Taddicken selbst hat keinen Trainerschein, sie findet aber auch so die richtigen Worte, wenn sie ihren Mannschaftskollegen Hinweise geben möchte. „Ich mache das ganz gern“, sagt sie und denkt an die Zeiten Mitte der 80er Jahre zurück. Da hat der MTV Jever in der Frauen-Bundesliga gekegelt und dreimal die Woche zum Training auf der Bahn gestanden. „1000 Wurf waren da nix.“

U wie Unterhaltung: „Wenn auf der Bahn geredet wird, werde ich fuchsteufelswild“, gibt die MTV-Keglerin zu. Unterhaltung habe dort nichts zu suchen. Maximal im Flüsterton könne man sich abstimmen, wenn man im Doppel zu zweit auf der Bahn ist, aber bitte, ohne den Gegner zu stören. „Das gehört sich einfach.“

V wie Vorderholz: Das Vorderholz ist der vorderste der neun Kegel. Er steht direkt vor dem König in der Mitte. „Es sollte bei jedem Wurf getroffen werden“, erklärt Tadken-Taddicken.

W wie Wiederholer: Als Wiederholer wird eine Wurfwiederholung bezeichnet, die es aber nur in bestimmten Situationen gibt. Beispielsweise, wenn ein Kegel ohne Fremdeinwirkung umfällt oder es im Jugendbereich einen Durchläufer gibt.

X wie X: Ein X wird notiert, wenn ein Pudel geworfen wurde.

Y wie Y-Chromosom: Die Gene auf dem Y-Chromosom machen einen Mann zum Mann. Aber wie ausgeprägt ist eigentlich der Anteil der Männer im Kegelsport? „Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass das ziemlich ausgewogen war“, sagt Hella Tadken-Taddicken. Was ihrer kleinen MTV-Kegelsparte allerdings entgegenkommt, ist die vor einigen Jahren eingeführte Erlaubnis, Mixed-Mannschaften zu bilden. Mit drei weiblichen und zwei männlichen Keglern sind die Jeveraner recht ausgeglichen besetzt – Neuzugänge sind natürlich gerngesehen.

Z wie Zehnerbrett: Als Zehnerbrett wird die Anzeige am Ende der Kegelbahn bezeichnet. Dort ist klassischerweise die Kegelbildanzeige und die Übersicht über zehn Würfe zu sehen.

Kathrin Kraft
Kathrin Kraft Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung