Wilhelmshaven - Die letzten Spiele von Fußball-Landesliga-Aufsteiger SV Wilhelmshaven ließen an Klarheit nichts zu wünschen übrig: Mit 5:0 wurde der Heidmühler FC in der ersten Runde des Bezirkspokals bezwungen, davor gab es ein 5:1 im letzten Test gegen den OSC Bremerhaven.
Angesichts dieser defensiven Stabilität und der Wucht im Angriff scheint vor dem Auftakt das größte Problem für Trainer Lars Klümper darin zu bestehen, aus diesem Hochbegabten-Ensemble die elf Startakteure herauszufiltern, die am besten zusammenpassen.
Wurden die personellen Hausaufgaben erledigt?
„Es wird ein paar undankbare Gespräche geben“, ist sich Trainer Lars Klümper vor dem Start am Freitag gegen Hansa Friesoythe sicher. Denn im Kader des Aufsteigers sind alle Positionen nicht nur doppelt, sondern auch doppelt gut besetzt. Klümper: „Aber da will ich mich nicht beschweren, denn so wollten wir das mit Blick auf die Herausforderungen in der höheren Klasse auch haben. Florian Schmidt hat da ganze Arbeit geleistet.“
Wie sieht es nach dem Boeke-Ausfall im Tor aus?
Radoslav Angelski, mit dessen Nachverpflichtung auf den Ausfall des designierten Stammkeepers Germain Boeke (Wadenbeinbruch) reagiert wurde, kämpft vermutlich bis zum letzten Trainingstag mit dem lange verletzten Marco Maaß um den Status „Nummer 1“. Von einer Lösung, wie sie der WSC Frisia in der vergangenen Spielzeit mit Erfolg praktizierte, als sich Sascha Theil und Deik Oetjen nach jeweils zwei Spielen ablösten, hält Klümper nichts.
Die Null muss stehen – auch beim SVW?
Für Lars Klümper fängt Defensivarbeit immer bereits im Angriff an, abseits dieser eher grundsätzlichen Einlassung dürfte aus dem Kreis derer, die dafür von Haus aus zuständig sind, nur „Mister Zuverlässig“ David Susac eine Stammplatz-Garantie haben.
Daneben würde das eigentlich auch für den in der Bezirksliga überragenden Audrey Cacile Seuba Noubam gelten. Der 28-Jährige steht aber wegen seines Maschinenbau-Studiums und eines Nebenjobs als Fahrer nicht regelmäßig zur Verfügung.
Auf den Außenpositionen liefen zuletzt die Dauerbrenner David Jahdadic (rechts) und Kapitän Rene Nabel (links) auf; allerdings hat der SVW-Coach auch hier zahlreiche Optionen wie den zuletzt angeschlagenen Neuzugang Alexander Koscheck (Heidmühler FC). Und vor allem Kemaluddin Gruda gehörte in der Aufstiegsrunde trotz defensiver Ausrichtung zu den torgefährlichsten Akteuren im SVW-Dress.
Wer schießt beimSVW die Tore?
Beim VW-Käfer hieß es früher: Läuft und läuft. Übersetzt auf Angreifer Sascha Abraham heißt es beim SVW: Trifft und trifft. 16 Tore erzielte der 32-Jährige in der Bezirksliga-Vorrunde. Und wer eventuell Zweifel hegte, ob sich der seit 2018 für den SVW auflaufende Torjäger auch eine Klasse höher durchsetzen kann, den dürften die fünf Treffer Abrahams 5:1-Testspielsieg gegen Bremerhaven vorzeitig eines Besseren belehrt haben.
Zusammen mit Dennis Wego, Neuzugang Tobias Heuer, „Pep“ Mvondo, der nach seinem Kreuzbandriss bald wieder ein Thema sein wird, sowie Joel Tata Nsah heißt das: der SVW kann Tempo.
Wie sieht das Saisonziel beim Aufsteiger aus?
Was viel Tempo in der Offensive und eine größere personelle Breite unter dem Strich heißt, formuliert Trainer Lars Klümper lieber defensiv. „Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Das sollte für einen Aufsteiger das erste Ziel sein. Aber ich bin auch so selbstbewusst zu sagen: Man muss uns auch erstmal schlagen.“
