Wilhelmshaven - Handball-Drittligist Wilhelmshavener HV hat auf die Personalprobleme im rechten Rückraum reagiert und den Polen Ignacy Bak verpflichtet: Der 27-jährige Linkshänder war zuletzt für den finnischen Rekordmeister Riihimäki Cocks aktiv und hat bei den Jadestädtern jetzt einen Vertrag für die nächsten beiden Spielzeiten unterschrieben.
Nach Drechsler fällt auch Mißling aus
Grund für den Spät-Neuzugang: Die beiden etatmäßigen Linkshänder im rechten WHV-Rückraum – Rene Drechsler und Maximilian Mißling – stehen verletzungsbedingt aktuell nicht zur Verfügung. Für Drechsler, der sich im Training einen Kreuzbandriss zugezogen hat und inzwischen in Kiel operiert wurde, ist die Spielzeit 2022/23 wohl schon komplett gelaufen.
Bei Mißling ist es eher eine Frage von Wochen als von Monaten. Beim Testspielsieg gegen Emsdetten hatte sich der 24-Jährige ebenfalls am Knie verletzt. MRT-Bilder zeigen einen leichten Einriss des Meniskus, der laut Trainer Christian Köhrmann eine Pause von zwei bis drei Wochen nach sich zieht.
Eine zweite Expertenmeinung will der WHV aber noch beim Kieler Knie-Spezialisten Dr. Frank Pries einholen. Köhrmann: „Es könnte passieren, dass er noch eine operative Glättung des Meniskus empfiehlt. In diesem Fall würde sich die Ausfalldauer auf vier bis sechs Wochen erhöhen. Aber auch unabhängig davon mussten wir auf dieser wichtigen Position noch einmal reagieren.“
Ignacy Bak überzeugt im Probetraining
Dawidziuk, Staszewski, Zelesny, Weiner, Frackowiak oder Bedzikowski – polnische Spieler im WHV-Trikot haben eine lange Tradition und trugen (in ihrer jeweiligen Zeit) immer maßgeblich zu den Erfolgen des Vereins bei. Vielleicht auch ein Grund, warum sich Manager Dieter Koopmann auf der Suche nach einem Drechsler-Ersatz für Bak entschieden hat.
„Ignacy Bak hat bei uns ein mehrtägiges Probetraining absolviert und uns dabei von seinen Qualitäten überzeugt“, sagt Koopmann. Der 27-jährige Linkshänder ist (genau wie Drechsler) 1,96 Meter groß und debütierte 2017 in der polnischen Nationalmannschaft, für die er insgesamt sieben Länderspiele bestritt. In dieser Zeit lief Bak in seinem Heimatland für den polnischen Spitzenclub Górnik Zabrze in der Superliga auf, bevor es ihn zu Riihimäki Cocks nach Finnland zog. Der Wechsel in die Jadestadt soll nun der nächste Karriereschritt für den 27-Jährigren sein.
WHV-Verantwortliche von Qualitäten überzeugt
Beim WHV ist man froh über die Unterschrift des Linkshänders. Koopmann: „In dieser Phase so kurz vor Beginn der neuen Saison ist es nicht einfach, auf dem Spielermarkt noch eine gute Alternativen für den rechten Rückraum zu finden. Wir haben in den letzten Tagen viel telefoniert, um die bestmögliche Lösung zu finden. Ignacy war nicht umsonst für die polnischen Nationalmannschaft im Einsatz. Er macht menschlichen einen sehr guten Eindruck, hat ein gutes Auge für Kreis- und Außenspieler und wird uns auch in der Abwehr weiterhelfen.“
Auch Köhrmann ist von den Qualitäten des „Neuen“ überzeugt. „Er hat noch einen gewissen Trainingsrückstand, gerade was den Torabschluss angeht, aber die ersten Ansätze waren sehr positiv“, sagt der Trainer. „Ignacy weiß, wo das Tor steht, sieht aber auch seine Nebenleute und macht den Ball schnell. Das ist wichtig für unser Spiel. Klar, kann man auch mal drei Rechtshänder im Rückraum bringen. Aber mit Linkshänder haben wir spielerisch und taktisch einfach mehr Möglichkeiten.“
Eine erste Kostprobe seines Können wird Ignacy Bak am kommenden Wochenende beim Turnier um den „Oldenburg-Cup“ geben. In Gruppe B treffen die Jadestädter am Samstag ab 14 Uhr auf Oberligist SG VTB/Altjührden und JD Techniek Hurry-Up Zwartemeer aus den Niederlanden.
