Wilhelmshaven - Etwa 150 Zuschauer haben sich am vergangenen Freitag das Testspiel des Handball-Zweitligisten Wilhelmshavener HV gegen den niederländischen Erstligisten HV KRAS/Volendam nicht entgehen lassen wollen. Die Hygienebestimmungen trübten den Handballspaß keineswegs, denn der Gastgeber zeigte sich in der Nordfrost-Arena in bestechender Frühform. 35:21 hier es am Ende der 60 Spielminuten, die schon aufgrund der Temperaturen in der Halle eine schweißtreibende Angelegenheit waren. Denn die Akteure des WHV gaben über die gesamte Spielzeit mächtig Gas.

Allerdings spiegelte sich das zunächst nicht im Ergebnis wider, denn die Sieben von Christian Köhrmann leistete sich im Angriff zu viele Fehlwürfe. Vor allem Linksaußen Rutger ten Velde konnte einem schon ein wenig Leid tun, als er zunächst zwei Strafwürfe versemmelte und dann noch beim Tempogegenstoß frei vorm Tor patzte. Allerdings hatte der Fokus im Training bislang auch noch nicht dem Angriffsspiel gegolten. Köhrmann hatte in den vergangenen Trainingswochen sein Augenmerk auf die Abwehrarbeit gelegt. Und das war klar zu sehen. Insbesondere der Innenblock um Vladimir Bojanic, der dank einer Sonderspielberechtigung auflaufen durfte, und Stanko Sabljic verdiente sich in Kombination mit den beiden Keepern, Jens Vortmann und Angelo Grunz, beste Noten. Im Angriff machte Bartosz Konitz mit einer 100-prozentigen Trefferquote bei acht Würfen eine gute Figur. Auch Vedran Delic nutzte seine Chancen gerade im Tempospiel immer wieder sehenswert und zeigte sich eiskalt und fokussiert bei der Vollstreckung. Nicht vergessen werden darf dabei, dass mit Tobias Schwolow, Sebastian Maas, Nils Torbrügge und Juan de la Pena noch wichtige Bausteine im Konstrukt der Mannschaft verletzungsbedingt fehlten. „Die Absprachen klappen immer besser. Wir haben uns bislang von Spiel zu Spiel gesteigert“, erklärte Köhrmann zufrieden mit Leistung und Einstellung seiner Mannschaft.

Und damit das in Zukunft noch besser klappt, drücken zwei Handballer des WHV ab sofort wieder die Schulbank. Für Vedran Delic und Vladimir Bojanic steht zusätzlich zum Training nun noch Deutschunterricht auf dem Plan.