Wilhelmshaven - Wenn am Freitag mit einem Gastspiel beim Staffelfavoriten SVW die Saison für den ESV Wilhelmshaven in der Fußball-Bezirksliga beginnt, dann gibt es für den Südstadt-Klub nur ein Ziel – irgendwie nicht zu den etatmäßig vier Absteigern zu gehören.
Wie berichtet werden die beiden Bezirksligen 2 (Staffeln A und B) nach den Hin- und Rückspielen verzahnt. Die Mannschaften ab Platz 5 in beiden Staffeln spielen die Absteiger in die Kreisliga aus.
Dort hätte sich der ESV eigentlich bereits in dieser Spielzeit wiederfinden müssen. Denn der Start in die vergangene Spielzeit misslang komplett: Alle sechs Partien wurden verloren, das Torverhältnis (3:31) fiel desaströs aus.
Überraschend kam das nicht, denn nach zahlreichen Abgängen von Stammspielern war der Kader deutlich schwächer als zuvor in der Kreisliga. Weil die Spielzeit aber ohne Wertung abgebrochen wurde, blieben die Jadestädter in der Liga und nehmen jetzt einen neuen Anlauf, das auf den ersten Blick unmöglich Scheinende möglich zu machen.
Realisiert werden soll das, so Trainer Günter Friedrichs, der Uwe Katzky beerbte, mit klassischen (ESV)-Tugenden: Kampf und Zusammenhalt. „Die Mannschaft zieht im Training gut mit. Der Charakter stimmt und alle wissen um die Schwere der Aufgabe.“
Nach den Testspielen dürfte das auch den ESV-Fans schwanen, die die sonntäglichen 11 Uhr-Heimspiele in der Vergangenheit immer in großer Zahl besucht haben. Denn nach dem ordentlichen 5:4 beim RW Sande gab es zuletzt gegen unterklassige Teams Niederlagen – 2:6 beim STV II, 2:5 bei der SG Wangerland. Hinzu kam ein 1:6 im Bezirkspokal in Heidmühle, wo allerdings erst in der Schlussphase die Dämme brachen.
Während den Torhütern wohl eher die Flut an Gegentore Sorgen machen, lenkt der ESV-Coach den Blick auf die Offensive: „Wir haben in jedem Spiel getroffen und uns Chancen erarbeitet. Deswegen bin ich mir sicher, dass wir uns anders präsentieren werden als in der vergangenen Saison.“
Auf jeden Fall muss der in die erste ESV-Reihe gerutschte Friedrichs, der aus 25 ESV-Torwartjahren jeden Grashalm der Strafräume an der Güterstraße kennt, einen ziemlichen Umbruch moderieren. Denn die Mannschaft wurde zum einen deutlich verjüngt, zum anderen wurden zahlreiche Akteure wie Mittelfeldspieler Robion Bibert oder Verteidiger Egson Neziraj reaktiviert, auch wenn der eine oder andere im Laufe der Vorbereitung feststellte, dass der Weg zurück zu steinig ist und wieder ausstieg. Menschlich aber würden, so Friedrichs, alle Neuen bestens ins Team passen.
Insbesondere das Auftreten der jungen Spieler freute den ESV-Coach in der Vorbereitung. Die Ansätze seien, so Friedrichs, mehr als positiv.
Mit einem Kuriosum wird der Südstadtklub aber bereits vor dem Start ein Alleinstellungsmerkmal haben. Gleich zwei Spieler heißen – nicht verwandt oder verschwägert – Mohamad Khodr. Günter Friedrichs: „Für die Schiedsrichter wird das wohl kein Problem sein. Beide habe ja unterschiedliche Nummern. Und wir rufen den einen einfach Junior. Das passt.“
