Wilhelmshaven - Das muss dem ESV Wilhelmshaven erst einmal jemand nachmachen: In zwei Spielzeiten in 36 Spielen nur zwei Unentschieden holen, 22 Tore schießen und 236 Tore kassieren – dann in die Kreisliga absteigen und dort mit fast der gleichen Mannschaft an den Start gehen.

Für Trainer Günter Friedrichs heißt das Zauberwort in diesem Zusammenhang „Kameradschaft“. Klingt altmodisch, passt aber zu den Freidenkern von der Güterstraße, die abseits der gängigen Fußball-Klischees und unter extrem schwierigen Platzverhältnissen mit viel Durchhaltewillen eine Nische besetzen. Friedrichs: „Wir haben auch nach hoch verlorenen Spielen immer noch zusammengesessen, gefachsimpelt und ein Bier getrunken. Dieser Zusammenhalt macht sich auch in schwierigen Zeiten bezahlt.“

Aus dem Stammkader hat das Team nach dem Abstieg nur Tobias Heuer verloren. Friedrichs: „Das tut natürlich weh, denn Tobias war nicht nur der Kapitän, sondern auch ein echter Leader.“

In die Rolle des Torjägers soll Nico Pabst hineinwachsen. Ansonsten setzt der ESV-Coach auf einen ausgeglichenen Kader, der nach langer Suche mit Kevin Ludwig auch einen gelernten Keeper aufweist. Der stand beim letzten Testspiel, dem 4:1 bei der SG Wangerland II, erstmalig im Tor und hinterließ, so Friedrichs, einen guten Eindruck.

Zur Erinnerung: Angesichts dieser Dauerbaustelle zwischen den Pfosten musste der Trainer selbst dort in der vergangenen Spielzeit aushelfen.

Nach fünf Wochen Vorbereitung ist Friedrichs zufrieden. „Die Jungs haben gut mitgezogen und Einsatz gezeigt.“

Das Saisonziel ist klar definiert. Der Absteiger will nicht erneut absteigen. Friedrichs: „Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern. Dafür müssen wir die vielen Niederlagen der letzten zwei Jahre ganz schnell aus den Köpfen bekommen.“

Martin Münzberger
Martin Münzberger Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung